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Historisches Haus am See: Lady on the Lake Bed & Breakfast in Hankinson/North Dakota

Ein besonderer Übernachtungstipp in North Dakota von den Autoren mehreren USA-Bände, u.a. „USA-Westen“ und „USA–Texas und Mittlerer Westen“, M. Brinke – P. Kränzle, Dez. 2018

Hankinson ist eine Kleinstadt mit rund tausend Einwohnern in der äußersten südöstlichen Ecke von North Dakota. Die Grenze zu South Dakota liegt nur etwa 20, die zu Minnesota rund 30 km entfernt. Auf der Main Avenue scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, hier steht das alte Postamt, um das herum 1886 mehrheitlich deutschstämmige Siedler den Ort gründeten, am Nordende ein Grain Elevator, im Zentrum ein Hardware und ein Grocery Store.

Dazu kommt eine dominante Kirche, die katholische St. Philips Church, die zum nahen Kloster (heute ein „Retreat“) der Franziskanerinnen, einst aus dem bayerischen Dillingen hierher geschickt, gehört.
Ringsum das Städtchen breiten sich vor allem Sonnenblumen-, Soyabohnen-, Weizen- und Maisfelder aus. Mais wird vorzugsweise in die nahen Ethanol-Fabriken geliefert, eine davon ist Hankinson Renewable Energy. Ethanol und Biodiesel sind wichtige Erzeugnisse in dieser Region North Dakotas.
Benannt ist die Stadt nach Colonel R. H. Hankinson (Foto), der 1871 hierhergekommen war und an einem See, den er nach seiner Tochter „Lake Elsie“ nannte, ein Haus gebaut und Rinder zu züchten begonnen hatte. Der Bürgerkriegsveteran hatte gehofft, dass die Stadt hier am Seeufer entstehen würde, doch der Eisenbahnbau machte seine Pläne zunichte. Die Schienen der Soo Line Railroad verliefen rund zwei Meilen nördlich und dort wuchs auch die Siedlung heran.

Bed & Breakfast am See

Hankinson war bis zu seinem Tod 1911 in der Politik tätig, danach wechselte sein prächtiges Wohnhaus mehrfach die Besitzer.

Heute befindet sich in dem viktorianischen Gebäude aus dem 19. Jh. das „Lady on the Lake Bed & Breakfast“, im Stil der Zeit des Colonels ausgestattet und möbliert. Vier luxuriöse Gästezimmer stehen zur Verfügung, alle sehr elegant und geschmackvoll, mit eigenen Badezimmern und sogar Jacuzzis, ausgestattet.

Ein Teil des Seeufers gehört ebenso zum Grundstück wie eine alte Scheune, die als Event-Space für Feiern aller Art, v.a. Hochzeiten, genutzt wird. Am Strand gibt es eine Feuerstelle mit Sitzgelegenheiten für Gäste und der See selbst ist höchst beliebt zum Fischen und Bootfahren, aber auch zum Wandern.

Sandy und Marshall Meyer lebten schon lange in der Gegend, Marshall war Farmer. Im Juni 2010 verwirklichten sich die Beiden einen lange gehegten Traum, als das (damals eher heruntergekommene) Haus zum Verkauf stand. Ein halbes Jahr später waren sie stolze Hausbesitzer und begannen sofort mit der Renovierung, denn zum 125. Stadtjubiläum im kommenden Sommer sollte das Grand Opening stattfinden. Damals kamen dann sogar Nachfahren von Colonel Hankinson und logierten in dem Haus.
Drei Zimmer – genannt „Miss Etta“ (die zweite Frau des Colonels), „Ms. Wipperman“ (die Familie, die 1929 das Haus den Hankinsons abkaufte) und „Ms. Sara“ (erste Frau des Colonels) – und die „Colonel Hankinson Suite“, die den ganzen oberen Stock einnimmt, stehen Gästen zur Verfügung, dazu eine Art Wintergarten mit Seeblick, ideal, um bei einem Glas Wein den Sonnenuntergang zu beobachten. Es gibt ein Wohn- und ein Esszimmer, in dem am Morgen das Gourmetfrühstück mit großteils selbst hergestellten Produkten und frischen Backwaren stilvoll serviert wird.

INFO
Lady on the Lake Bed and Breakfast, 16604 94th St. SE, Hankinson/ND, Tel. 1-701-242-7520, ab $ 130/Zimmer mit Frühstück.

© Text: Dr. M. Brinke – Dr. P. Kränzle, Fotos: Dr. M. Brinke mit Ausnahme Porträt Hankinson (© Hankinson Centennial Committee).

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