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Sioux Falls – City of Waterfalls

News aus South Dakota von den Autoren mehrerer USA-Bände, darunter „USA-Westen“ und „USA-Texas Mittlerer Westen“, Margit Brinke – Peter Kränzle, Dez. 2018

Sioux Falls liegt an der südöstlichen Spitze von South Dakota, quasi in einem „Dreiländereck“, denn nur rund 25 km entfernt liegt die Grenze zwischen Minnesota im Norden und Iowa im Süden. Die Stadt wurde 1856 am Ufer des Big Sioux River gegründet und zählt heute mit rund 185.000 EW zu den am schnellsten wachsenden Metropolregionen in den Dakotas. Abgesehen von einer Reihe von Finanzhäusern wie Wells Fargo oder Citigroup sind vor allem medizinische Einrichtungen die Hauptarbeitgeber. Die vier großen Krankenhäuser in der Stadt genießen besten Ruf.

Ein Park aus Wasserfällen

 

Am Fluss, wo der Ort gegründet wurde, schlägt noch heute das Herz der Stadt. Hauptattraktion hier sind der Falls Park und die Wasserfälle. Über 28.000 l Wasser pro Sekunde stürzen in mehreren Stufen, rund 30 m tief über den markanten roten Stein – „Sioux Quartzite“ – hinab. Das Besondere ist aber weniger die Tiefe als vielmehr die Fläche, die die Wasserfälle einnehmen. Dazu kommen der Kontrast zwischen rotem Fels und blauem Himmel und die Tatsache, dass man als Besucher ganz nah an die Wasserfälle herantreten kann.
Im Visitor Center im Park gibt es Informationen zur Stadt und Souvenirs und vom Observation Tower aus erhält man einen ersten Überblick, auch über die historischen Gebäude im Umkreis. Da sind zum Beispiel die Überreste der einst siebenstöckigen Queen Bee Mill (Foto) zu sehen. Diese Mühle war das abenteuerliche Unternehmen eines Geschäftsmannes namens Richard Pettigrew. 1878 hatte er den Bau einer Getreidemühle ins Auge gefasst und war auf die Suche nach Investoren gegangen. 1881 eröffnete er den Bau, der fast eine halbe Million Dollar gekostet hatte, doch schon 1883 schloss die Mühle wieder, da sie alles andere als profitabel war. Ein anderes historisches Gebäude ist das Light & Power Company Building, das jetzt als Café mit hübscher Terrasse für den Sommerbetrieb dient.

Kunst und Shopping

Die eigentliche Innenstadt um die Phillips Avenue liegt in Sichtweite der Wasserfälle. Hier befinden sich große Teile des sog. SculptureWalk – ein lokales Kunstprogramm, bei dem sich Kunstwerke verschiedener Künstler auf die ganze Stadt verteilt finden (Fotos). 

2019 soll ein neues, spektakuläres Kunstwerk eingeweiht werden: der „Arc of Dreams“, ein fast 90 m langer Stahlbogen, der den Fluss überspannen wird. Geschaffen hat das Kunstwerk Dale Lamphere, der außerdem schon mit einer 15 m hohen Skulptur einer Indianerin unter dem Namen „Dignity of Earth and Sky“ hoch über dem Missouri River, nahe Chamberlain, für Aufsehen gesorgt hat.

Downtown mit der Phillips Avenue und der parallel verlaufenden Main Avenue hat nicht nur interessante Läden wie das Bekleidungs- und Outdoor-Geschäft Duluth Trading Co. oder Mint +Basil zu bieten, sondern auch Institutionen wie M.B. Haskett Delicatessen oder Parker’s Bistro. Wer das große Shoppingerlebnis sucht: im Südwesten der Stadt, direkt an der Autobahn I-29, befindet sich die größte Shopping Mall in den Dakotas, die Empire Mall. Hier locken über 140 Geschäfte bekannter Marken alljährlich über sieben Millionen Besucher an.

Gutes Bier und exquisites Essen

Ein zweites, derzeit angesagtes Zentrum befindet sich nur ein paar Schritte entfernt: die „East Bank“ am östlichen Ufer des Big Sioux River. Die alten Lagerhäuser um die Eisenbahnstation wurden renoviert für kleine Läden und Lokale. Aufgrund seiner Lage an der Eisenbahn und entlang der 8th Street nennt man das Viertel auch „8th and Railroad“. Hier lohnen u.a. das Café Queen City Bakery oder Sanaa’s Gourmet und natürlich die Brewpubs von Kleinbrauereien wie Fernson on 8th, Remedy Brewing Co. oder Monks House of Ale Repute.

Wie bei vielen amerikanischen Brauereien haben die beiden Gründer der Fernson Brewery (www.fernson.com/on8th), Derek Fernholz und Blake Thompson, als „Home Brewer“ begonnen und erst 2015 die Brauerei gegründet. Im Taproom an der 8th Street wird derzeit nur Bier ausgeschenkt, wer richtig gut essen möchte , geht zum Beispiel zu Parker’s Bistro (www.parkersbistro.net). Das Lokal ist nicht besonders groß, die Atmosphäre ist gemütlich, es gibt am Wochenende Livemusik und dazu ausgezeichnetes Essen. Besitzer Rick Weiland ist über die Stadtgrenzen hinaus als Politiker bekannt, der schon in Bill Clintons Regierung gearbeitet hat. Die Küche besticht durch Kreativität und die Verwendung regionaler Produkte. Erstklassige Weine, Cocktails (auch antialkoholisch!) und lokale Biere runden das kulinarische Erlebnis ab.

Indianische Großstadt im Grünen

Der Good Earth State Park at Blood Run (https://gfp.sd.gov/parks/detail/good-earth-state-park/) liegt etwas außerhalb, im Südosten der Stadt, mitten im Grünen am Big Sioux River. Außer schönen Trails durch die Hochprärie-Landschaft, befindet sich hier zugleich eine der bedeutendsten archäologischen Stätten der USA. Über das ehemals hier befindliche Indianerdorf der Oneota-Kultur, das hier entdeckt und ausgegraben wurde, informiert das Besucherzentrum, das eher ein Museum ist. Vor allem der interessante, gut gemachte Film gibt eine gute Einführung, dazu kommen Rekonstruktionen (wie die einer typischen Earth Lodge, s. Foto) und Ausstellungen.
Es handelte sich um eine indianische Großstadt, die von etwa 1500 bis Ende des 17. Jahrhunderts blühte. Auf dem Höhepunkt zählte sie an die 10.000 EW und fungierte dazu als wichtiger Handelsort. Angehörige verschiedener Stämme kamen hier zum Warenhandel zusammen. Von besonderer Bedeutung war der weiche rote Stein, den man „pipestone“ nennt und der für zeremonielle Friedenspfeifen verwendet wurde. Große Stücke davon wurden aus dem nahen Pipestone im heutigen Minnesota hierher gebracht und von anderen Indianervölkern eingetauscht. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde aus bislang nicht geklärten Gründen die Region verlassen. Als Nachkommen der einst hier in festen Erdhäusern lebenden Menschen sehen sich heute die indianischen Völker der Omaha, Ponca, Ioway und Otoe.

Informationen
North Dakota und South Dakota gehören zum „Great American West“. Über die deutsche Vertretung erhält man ausführliche Informationen zu beiden Bundesstaaten:
• The Great American West, Bavariaring 38, 80336 München, Tel. (089) 6890 63841, https://greatamericanwest.de
Foto 18 (Logo)
• Im Internet: South Dakota, www.travelsouthdakota.com, Sioux Falls: https://visitsiouxfalls.com.

Hoteltipp
Comfort Inn & Suites Hotel, 3721 W Avera Dr., Sioux Falls/SD, www.choicehotels.com/south-dakota/sioux-falls/comfort-inn-hotels/sd099. Schönes neues Hotel mit geräumigen und gut ausgestatteten, komfortablen Zimmern. Inklusive vollem Frühstück, Gratis-Parken und -WLAN, im Zimmer: Sitzareal, Mikrowelle, Kaffeemaschine und Kühlschrank. Dazu dank der Lage im Süden der Stadt günstig zur Empire Mall (s. oben) gelegen.

© Text: M. Brinke – P. Kränzle
© Fotos: Sioux Falls CVB (Falls Park Total, 1x Sculpture Walk, Queen City Bakery, FernsonOn8th, Good Earth SP Earth Lodge); Sioux Falls Sculpture Walk (Arc of Dreams); SD Tourism (Queen Bee Mill); Comfort Inn Sioux Falls (Hotelzimmer), alle anderen: M. Brinke.

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