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USA News #37

Es wird wieder spannend: Wieder einmal richtet sich der Blick der Welt, speziell Deutschlands, auf die USA und den Vorwahlkampf. Zwar wird erst im November 2024 ein neuer Präsident gewählt, doch bereits am 7. November 2023 finden Wahlen, allerdings auf bundesstaatlicher Ebene und zur Neubesetzung  vakanter Stellen, statt. Dennoch richtet sich das Augenmerk immer wieder auf Donald Trump, der vor einer Prozesswelle steht, und auf seinen republikanischen Rivalen Ron de Santis, Gouverneur Floridas. Bei den Demokraten ist die Kandidatenanzahl noch überschaubar: Neben dem Präsidenten Joe Biden (dann fast 82) stehen derzeit nur Robert F. Kennedy Jr. und Marianne Williamson aus Kalifornien auf der Liste.

Touristisch gesehen lässt der große Aufschwung immer noch auf sich warten. Die Zahlen der Besucher aus Europa liegen rund 27 % unter dem Stand von 2019, vor Corona. Gründe dafür dürften vor allem die gestiegenen Preise sein. Dennoch, es gibt kein vielseitigeres und großartigeres Land als die USA und zudem findet man stets Gelegenheiten Geld zu sparen, so beispielsweise bei Touren in San Francisco.

Kostenlose Führungen in San Francisco

Downtown San Francisco mit dem SFMOMA ©IwanBaanSFMOMA

Bei Free SF Tour bieten „Locals“ verschiedene, kostenlose Spaziergänge für Besucher durch die Stadt an. Die Touren dauern 2-2,5 Stunden, man kann sie vorab online buchen und sie kosten mit Ausnahme von Trinkgeld nichts. Täglich um 10 Uhr gibt es z.B. die „Morning SF Tour“ durch die Innenstadt, vom Union Square durch Chinatown, den Financial District, zum Embarcadero und schließlich zum Ferry Terminal. Die „Mission/Castro Hidden Stories Tour” wird Do./Fr./Sa. um 14 Uhr angeboten. Beide Viertel haben in den letzten Jahren einen enormen Wandel zu neuen Trendvierteln durchgemacht. Anlaufpunkte bei der Tour sind z.B. die Mission Dolores, das Castro Theatre und die Clarion Mural Alley. Am Mittwoch nachmittag steht die  „Italian Love Tour“ auf dem Programm, mit Fokus North Beach, inklusive Lombard Street, San Franciscos berühmter Zickzack-Straße im Viertel Russian Hill. Die „Vice Tour“ schließlich befasst sich mit den verrücktesten und spannendsten Kriminalfällen.

Infos: https://freesftour.com

San Franciscos Mission District, trendig und interessant ©MB

Spaziergänge durch Chinatown und North Beach mit Free Tours by Foot sollte man ebenfalls im Voraus buchen. Lokale Stadtführer bieten z.B. eine 5-stündige „All in One“-Tour, zweistündige „Original San Francisco“-Tour durch Chinatown, North Beach und den Financial District oder Touren entlang der Lombard Street, am Fisherman’s Wharf und in Castro.

 

Infos:  https://freetoursbyfoot.com/san-francisco-tours

Guru Walks setzen den Fokus auf Food & History. Auf dreistündigen Touren durch San Franciscos Chinatown oder auf einem zweistündigen „Hidden Stairways of San Francisco“-Spaziergang erfährt man viel Interessantes. Voranmeldung ist nötig und es gibt sogar deutschsprachige Führungen!

Infos: www.guruwalk.com/de/san-francisco

Durch San Franciscos buntes Chinatown werden verschiedene Touren angeboten ©SFTravelAss

 

Eine Organisation von mehr als 275 ehrenamtlichen Guides, die mehr als 70 verschiedene Touren anbieten, sind die San Francisco City Guides. Von den Highlights von San Francisco – wie die „Painted Ladies“ und die Golden Gate Bridge bis hin zu themenbezogenen Spaziergängen rund um Musik, Geschichte und Architektur – gibt es täglich eine Tour für jeden Geschmack.

Infos: https://sfcityguides.org/find-your-tour

North Beach ist San Franciscos altes italienisches Viertel ©MB

Während der kostenlosen 90-minütigen Führungen durch Yerba Buena bieten Laienschauspieler des Yerba Buena Community Benefit District sogar kleine Aufführungen und schlüpfen in die Rollen von bedeutenden Persönlichkeiten der Stadt.  Die „Hidden San Francisco Walking Tours“ finden einmal im Monat am Freitag statt.

Infos: https://ybcbd.org/news/walkingtours

• Mehr Tipps zu Gratis-Erlebnissen in San Francisco gibt es auf: www.sftravel.com/article/dont-miss-these-free-things-to-do-san-francisco

NYC feiert 50 Jahre Hip-Hop

Blick ins neu entstehende Hip-Hop-Museum in der Bronx ©NYCTourism-M.Papa

New York City ist der offizielle Geburtsort und das Zentrum der Hip-Hop-Kultur, die von der Musik bis hin zu Kunst, Mode, Tanz und Sprache reicht. Hip-Hop übt bis heute einen nachhaltigen Einfluss auf die gesamte Kulturszene der Stadt aus und ist in allen fünf Boroughs präsent – und das seit 50 Jahren! Eine neue Webseite informiert teils interaktiv über Berühmtheiten der Musikrichtung, z.B. den Gründer des neuen Universal Hip Hop Museums Rocky Bucano oder über Debra Harris, der Gründerin von Hush Hip Hop Tours.

In einer Multimedia-Kampagne unterstützt NYC Tourism Veranstaltungen in ganz NYC. Bereits seit Ende Juli wird gefeiert, an verschiedenen Orten auf verschiedene Weise. Nachfolgend einige Highlights, die auch noch während eines New York-Besuchs im Herbst zu sehen oder zu erleben sind:

Debra Harris gibt seit vielen Jahren Hush Hip Hop Tours ©Hush-Hip-Hop-Tours

In der Nähe des Eingangs zur Brooklyn Bridge befindet sich Sherwin Banfields Skulptur des in Brooklyn geborenen Hip-Hop-Titan Christopher Wallace (1972-97), bekannt als „The Notorious B.I.G.“. Das 3 m hohe Denkmal feiert den Rapper und wurde 2022 anlässlich seines 25-jährigen Todestags errichtet. Es handelt sich um eine Büste von Wallace mit Krone, die einem berühmten Fotoshooting vor seinem Tod nachempfunden ist, sowie Tafeln, auf denen seine Leistungen hervorgehoben werden. Dazu gibt es Songs des Rappers.

Das Fotofestival „Photoville“ zeigt „Hip Hop at 50“ von Janette Beckman in Fenstern an der Ecke Fulton und Front Street in Downtown. Die einflussreiche Dokumentarfilmerin wurde mit ihren Fotos aus der Hip-Hop-Szene von New York in den 1980ern bekannt. Sie hat u.a. Rap-Pioniere wie Run-DMC, Slick Rick, Salt-N-Pepa, Grandmaster Flash oder LL Cool J fotografiert.

Die Hip-Hop-Kultur ist in NYC omnipräsent: hier das „Big Pun“-Mural in der Bronx ©N.Knight

 

 

 

 

 

 

 

Digitale Installation in der Hall des Lumières (49 Chambers St.), die Besucher durch die Geschichte des Hip-Hop führt und verschiedene Epochen und Regionen beleuchtet. Für diese Ausstellung sind Tickets nötig ($ 42).Die Hip-Hop-Kultur ist in NYC omnipräsent: hier das „Big Pun“-Mural in der Bronx ©N.Knight

Konzert mit dem aus Staten Island stammenden Wu-Tang Clan, Mary J. Blige u.a. im Madison Square Garden.

Kochevent afroamerikanischer Köche aus New York, darunter der mit James Beard Award ausgezeichnete Chef JJ Johnson, der den Rekord für die größte gekochte Menge Joloff – ein westafrikanisches Reisgericht – aufgestellt hat. Dazu gibt es Auftritte von DJ Cassidy und Rev Run mit MC Angela Yee.

  • Weitere Hip-Hop-Veranstaltungen finden sich unter:

www.nyctourism.com/hip-hop-in-nyc und www.nyc.gov/assets/hiphop50/index.html

Broadway Week


2-für-1-Tickets für 24 Broadway-Shows gibt es ab sofort unter nyctourism.com/broadwayweek. Dieses zweimal jährlich angebotene Programm findet vom vom 4. bis 17. September 2023 statt. Zur Auswahl stehen Shows für jeden Geschmack, darunter mit dem Tony Award ausgezeichnete Produktionen, kinderfreundliche Shows und beliebte Klassiker.

24 Shows sind bei der NYC Broadway Week vertreten, darunter Romeo & Juliet, Aladdin, Book of Mormon, Chicago, Hadestown, Hamilton, Harry Potter, Here Lies Love, MJ The Musical, Once Upon a One More Time, Shucked, Some Like It Hot oder Wicked. Die Shows können auf nyctourism.com/broadwayweek angesehen und sortiert werden. Die NYC Broadway Week wird von New York City Tourism + Conventions in Zusammenarbeit mit der Broadway League und Mastercard, veranstaltet.

Neuer Vergnügungspark in Oklahoma

Der neu entstehende American Heartland Theme Park in Oklahoma aus der Luft ©AmHeartlandThemePark

 

 

 

 

 

 

 

Man kennt so etwas aus Kalifornien oder Florida, doch in Oklahoma? Im Nordosten des Bundesstaates, westlich vom Grand Lake O‘ the Cherokees, kurz „Grand Lake“, und an der Route 66 gelegen, ist gerade der American Heartland Theme Park & Resort für zwei Milliarden Dollar am entstehen. Dazu gehören ein großer RV Park  mit 750 Plätzen und 300 Cabins – er soll im Frühjahr 2025 fertig sein – sowie ein Vergnügungspark mit Hotel (2026).

Die neue Attraktion soll Oklahoma zur „Family und Entertainment Destination“ machen. Auf gut einem halben Quadratkilometer Fläche werden Rides, Liveshows, Family Fun und Wasserattraktionen, Imbisslokale und Shops entstehen. Die Fun-Areale heißen „Great Plains“, „Bayou Bay“, „Big Timber Falls“, „Stony Point Harbor“, „Liberty Village“ oder „Electropolis“. Das zugehörige Hotel wird 300 Zimmer und einen modernen Indoor Water Park bieten.

Oklahoma hat den längsten Abschnitt der historischen Route 66 und viele interessante Sights zu bieten©MB

Ein Vorteil für den neuen Vergnügungspark ist die Lage, einmal in Seenähe: Der Grand Lake O‘ The Cherokees gilt als Paradies für Fischer, aber auch für Wassersportler: Von Parasailing bis Wakeboarding ist eine breite Palette an Freizeitaktivitäten geboten. Am Grand (Neosho) River gelegen, gibt es gut 2.000 km Uferstreifen. Andererseits liegt der neue Park nahe der historischen Route 66, „America’s Main Street“, die 2026 ihren 100. Geburtstag groß feiern wird. Der „Father of Route 66“, Cyrus Avery, kommt sogar in Vinita, jenem Ort, bei dem der Park entsteht.

Infos: www.americanheartlandthemepark.com, www.threeponiesrvparkandcampground.com, https://grandlakefun.com

Las Vegas News

Dita Von Teese mit ihrer neuen Show „A Jubilant Revue“ im Horseshoe Las Vegas ©Las Vegas News Bureau

 

 

 

 

 

 

 

The Venetian® Resort Las Vegas gab kürzlich Details zu seinem neuen interaktiven Nightlife-Venue Voltaire bekannt und kündigte als ersten Headliner die Popsängerin Kylie Minogue an.  Auch Lady Gaga kommt mit ihrer beliebten  LADY GAGA: JAZZ & PIANO-Show für einige Termine im Sept. und Okt ins Dolby Live at Park MGM und die  internationale Burlesque-Queen, Dita Von Teese, wird im Horseshoe Las Vegas auftreten.

Die Montecristo Cigar Bar eröffnet im Herbst 2023 im Paris Las Vegas einen zweiten Standort nach Caesars Palace. Ebenfalls neu öffnete am Strip das Paradox Museum, eine weltweit außergewöhnliche Sammlung verblüffender Exponate, die Illusionen mit der Wissenschaft der Paradoxien verbinden sollen. Außerdem läuft der Countdown für das große Sport-Highlight 2024 im Allegiant Stadium, den Super Bowl LVIII.

BUCHTIPP

TINY HOTELS. Kleine Quartiere für große Tage

So heißt dieses nette kleine Buch im praktischen quadratischen Format, fest gebunden, und 2020 für nur 9,95 € im Prestel-Verlag erschienen. Autor ist Florian Siebeck, ein Berliner Journalist, der von der Berliner Morgenpost über F.A.Z. und AD für verschiedene Medien als freier Autor, v.a. im Online-Journalismus, tätig ist.

©Prestel Verlag München

„Tiny Hotels“ enthält eine exklusive Auswahl von 40 Unterkünften. Ein Auswahlkriterium ist die Geografie (über die ganze Welt verteilt): acht Unterkünfte befinden sich auf dem amerikanischen Kontinent, 20 in Europa, vier in Afrika, sieben in Asien und eines in Australien. Ein anderes Kriterium ist  Exklusivität und Besonderheit. Auf der Suche nach einem außergewöhnlichen Hotel-Tipp ist man hier gut bedient, vor allem Jene, die nach einer ultimativen, einmaligen Übernachtungsmöglichkeit suchen und vermutlich dafür auch bereit sind, viel Geld dafür auszugeben. Die meisten der genannten Plätze verfügen jeweils nur über wenige Zimmer, manche haben nur eines zu bieten. Oft sind die Gebäude, in denen sie sich befinden, außergewöhnlich oder ganz besonders eingerichtet und gestaltet. Viele davon  bieten die Exklusivität der Einsamkeit, ohne auf Luxus und Hotelkomfort verzichten zu müssen.

Aufgebaut ist das Buch so, dass auf jeweils eine Textseite mit kleiner Lokalisierungskarte, mehrere Fotos von Innen und Außen, von Details und im Ganzen, folgen. Beschrieben werden oft auch die abenteuerlustige, kreativen Besitzer/Betreiber/innen der Orte, die etwas Besonderes schaffen wollten, teils modern-schlicht, teils edel-elegant, immer klein und ausgefallen.

Beispielsweise wird das Hotel Covell in Los Angeles vorgestellt, ein beschauliches Boutique-Hotel mit neun Zimmern, die „Kapitel“ genannt werden und von denen jedes anders gestaltet ist. Zehn Suiten stehen in der ehemaligen Villa von Gianni Versace (1997 dort erschossen) Gästen zur Verfügung, die den üppigen Glanz alter Zeiten in der Villa Casa Casuarina in Miami Beach/USA zu schätzen wissen. Kontrastprogramm an der Küste von Chile, direkt am Sandstrand, im Hotel Alaia mit zwölf Suiten. Das Gebäude duckt sich ins Naturschutzgebiet, die Möbeln stammen von lokalen Handwerkern. Alle Bungalows verfügen über Außenterrassen und direkten Pazifikzugang und ein Slow-Food-Restaurant gehört dazu.

Robins Nest Baumhaushotel in Witzenhausen ©Prestel Verlag München

Sehr ungewöhnlich ist Le Collatéral in Arles, vier Zimmer hinter mittelalterlichen Mauern, die einmal als Kirche fungierten, mit Salon und Bibliothek, eher minimalistisch-schlicht. Das ganz besondere Übernachtungserlebnis bieten zwei Hirtenwagen in Piercebridge/GB („The Hut B&B“), Robins Nest Baumhaushotel in Witzenhausen (fünf Baumhäuser, eine Blockhütte) und zwei weitere Baumhäuser neben Zimmern und Apartments in Arlena di Castro in Italien („La Piantata“).

 

Hoch oben an der norwegischen Küste: der Leuchtturm Litloy Fyr in Litoya©PrestelVerlag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Großes Himmelskino gibt’s im Norden von Norwegen, in der Arktis, auf einer kleinen Insel in einem Leuchtturm. Einsamer geht es schon fast nicht.  Das „One Room Hotel“ in Prag bietet durch die Fensterwand Topausblick, die Villa Antoinette nahe Wien das Flair einer traditionellen Sommerfrische und ein Palazzo in Apulien lässt einen an Goethes Italienische Reise denken. In Mani/Griechenland stehen drei Suiten in einem alten Wehrturm („Tainaron Blue“) zum Übernachten zur Verfügung und in Vora auf Santorin sind es drei Villen mit unverstelltem Blick aufs Ägäische Meer.

Aufregende Architektur:    die Shipwreck Lodge in Namibia©PrestelVerlag

Die „Giraffe Manor“ in Nairobi (12 Zimmer) trägt ihren Namen zu Recht: Umgeben von einem Nationalpark schauen hier tatsächlich regelmäßig Giraffen vorbei. Die „Shipwreck Lodge“ in Namibia heißt so wegen der Art der Holzkonstruktion der zehn Chalets. Diese sind höchst luxuriös ausgestattet und liegen direkt an der „Skelettküste“. In Bhutan, dem letzten Königreich im Himalaya, in einem üppig grünen Tal, befindet sich „Como Uma Punaka“. Rings um die neun Zimmer und zwei Villen erstreckt sich unberührte Natur und zur weiteren Entspannung gibt es ein Spa. Noch einsamer ist „Pumphouse Point“ in Tasmanien, mit zwölf Zimmern auf dem See und sieben an Land. Am Ende eines langen Stegs wohnen Gäste in einem Art-déco Gebäude auf dem Lake St. Clair, umgeben von unberührter Gebirgswelt mit Wäldern und Stränden. Das Trunk (House) in Tokios traditionellen Geisha-Viertel Kaguarzaka vereint Tradition und Moderne aufs Perfekteste. In diesem Haus-Hotel mit Innenhof werden die Mahlzeiten im Esszimmer von einem Privatkoch zubereitet.

Mehr Einsamkeit geht kaum: Pumphouse Point in Tasmanien ©AdamGibson/PrestelVerlagMünchen

 

 

 

 

 

 

 

Im Anhang des Buches werden in alphabetischer Anordnung die Adressen und Webseiten zu den einzelnen Unterkünften angegeben.

Hardcover, 224 Seiten, 230 Fotos, Prestel Verlag München 2020, ISBN: 978-3-7913-8671-3

Text: ©Drs. Margit Brinke – Peter Kränzle, http://travelingtramps.blogspot.com
Fotos: © siehe Bildnachweis am Foto

Header: ©MB

 

 

 

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