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San Diego – Die Geburtsstätte Kaliforniens

Tipps für einen Besuch im sonnigen San Diego/California von den Autoren mehrerer USA-Bände, unter anderem „USA-Westen“, Margit Brinke – Peter Kränzle, September 2019

San Diego wird gerne als „Geburtsstätte Kaliforniens“ bezeichnet. Als 1542 Juan Rodríguez Cabrillo als erster Europäer in der Bucht von San Diego auftauchte, beanspruchte er das Land für die Krone Spaniens. Dass hier schon seit Jahrtausenden verschiedene Gruppen der Kumeyaay-Indianer beheimatet waren, interessierte die Spanier wenig. Als 1769 der Franziskaner Junípero Serra (Foto) die erste spanische Mission – Mission San Diego de Alcalá – gründete, endete das unbeschwerte Leben der Indianer. Sie ließen sich jedoch nicht verdrängen, noch heute gibt es rund 3.000 Kumeyaay, die in 13 kleinen Reservaten im Umland der heutigen Metropole beheimatet sind. Ein Stamm ist sogar prominent in der Stadt vertreten: die Sycuan Band of the Kumeyaay Nation. Dank ihres erfolgreichen Casino Resorts sind sie auch Hauptsponsor der beliebten Baseballmannschaft, der San Diego Padres.
Anfangs waren die ersten europäischen Siedler von der traumhaften Bucht begeistert, doch der umgebende „Steinhaufen“ hielt den Zuzug lange in Grenzen. Aus dem staubigen Missions- und Militärposten entwickelte sich erst im 20. Jh. ein Luftfahrtzentrum und ein bedeutender Marine- und Navy-Stützpunkt. Zudem entdecken mehr und mehr Touristen die Hafen- und Grenzstadt zu Mexiko. Heute locken endlose Sandstrände, ein mildes, angenehmes Klima, sorgfältig restaurierte Altstadtviertel und eine glitzernde Skyline. Es gibt viele Gründe die „Geburtsstätte Kaliforniens“ zu besuchen – nachfolgend einige Highlights der Autoren:

Old Town

Old Town ist ideal um einen ersten Eindruck von San Diego zu bekommen. Hier entstand 1769 Kaliforniens erste europäische Siedlung um die Mission.

Sie wurde später weiter ins Landesinnere verlegt, und ein kleiner Militärposten errichtet. Historische Bauten und Ausstellungen im Old Town San Diego State Historic Park erinnern an die frühen Jahre der Stadt. Um das Freilichtmuseum locken Läden und Lokale, die Besucher fast schon nach Mexiko entführen. www.oldtownsandiegoguide.com

Gaslamp Quarter

Mitten im modernen Stadtzentrum liegt ein historisches Viertel aus Ziegel- und Eisenguss-Architektur, das von dem Immobilienmakler Alonzo Horton 1867 geplant wurde. Schon immer pulsierte hier das Leben: beispielsweise soll der legendäre Wyatt Earp hier gleich drei Saloons betrieben haben.

Heute ist das Gaslamp Quarter der „Nightspot“ der Stadt und entwickelt sich zunehmend zur beliebten Wohnadresse. Am Rand mancher Straßen stehen noch Repliken alter Gaslaternen, nach denen das Viertel einst benannt wurde. www.gaslamp.org

Go Padres!

Am Rande des Gaslamp Quarter fällt der PETCP Park, das Baseballstadion der Padres, ins Auge. Bei den 82 Heimspielen des Teams, zwischen April und Oktober, ist die ganze Stadt auf den Füßen.
Auch wenn die Mannschaft nicht zu den absoluten Topteams gehört, begeistern „Los Padres“ seit ihrer Gründung 1969 die ganze Region. Immerhin sind etwa 30% der Einwohner Latinos und Mexiko liegt vor der Haustüre. www.mlb.com/padres

Hotel del Coronado

„The Del“, das Hotel del Coronado, gilt als eines der berühmtesten historischen Luxushotels der USA. 1888 auf der Halbinsel Coronado, in der Bucht von San Diego, erbaut, war es einst das größte Urlaubshotel der Welt.

Es war zudem als erstes mit Elektrizität ausgestattet worden und hatte einen der ersten Aufzüge. Berühmtheiten gehen hier noch heute ein und aus und so mancher Film wurde und wird hier gedreht (u. a. „Manche mögen’s heiß“). Ein Spaziergang, ein Drink oder ein Essen im „The Del“ lohnt auch für all jene, die hier nicht übernachten. http://hoteldel.com

U.S.S. Midway und der „Kissing Sailor“

Hauptattraktion an der schmucken Hafenpromenade ist das U.S.S. Midway Museum. Zwischen 1945 und 1992 war dieser Flugzeugträger der US Navy im Einsatz. Gezeigt werden an Deck Fluggeräte verschiedener Zeiten, dazu lernt man über die Geschichte jener Tage sowie das Leben auf dieser „City at Sea“. Zu Füßen des Flugzeugträgers steht ein beliebter Fotospot: „Unconditional Surrender“ – die Statue des „Kissing Sailors“, die der Künstler Seward Johnson nach einem berühmten Foto von Alfred Eisenstaedt vom Ende des 2. Weltkriegs anfertigte. www.midway.org

San Diego Zoo

Zoos mag es überall geben, doch der San Diego Zoo sucht seinesgleichen. Er existiert schon über 100 Jahre und ist mehr als ein Zoo mit etwa 3.700 Tieren 650 verschiedener Arten. Die über 40 ha Fläche sind zugleich ein sehenswerter botanischer Garten und nach Käfigen und Tiershows im üblichen Sinne sucht man hier vergebens.

Die „Environments“ reihen sich beidseitig eines Canyons auf, nach verschiedenen Klimazonen mit der entsprechenden Flora und Fauna. Erkunden kann man das Gelände zu Fuß, im offenen Doppeldeckerbus oder mit einer Seilbahn (Aerial Tram) und viel lernen kann man bei Behind-the-Scenes-Touren. https://zoo.sandiegozoo.org

Balboa Park und Museen

Neben dem Zoo breitet sich der 560 ha große Balboa Park aus. 1892 als Grünanlage angelegt, erhielt das Gelände anlässlich der Panama-California-Ausstellung von 1915/16 und der Internationalen California-Pacific-Ausstellung von 1935 sein heutiges Aussehen mit Gartenanlagen, Springbrunnen und prächtigen Bauten im spanischen Neo-Barock und Mission Style.

In viele der Bauten sind interessante Museen eingezogen, z. B. das San Diego Museum of Art, das San Diego Museum of Man, das San Diego History Center, das Mingei International Museum oder das neue Comic-Con Museum. Im angrenzenden Spanish Village Art Center gibt es Shops und finden Kunsthandwerksmärkte u.a. Veranstaltungen statt. www.balboapark.org

Prost!

San Diego gilt als „Craft Beer Capital of America“. Im Großraum der Stadt existieren über 120 Kleinbrauereien. Zusammen mit Denver/CO und Portland/OR gehört San Diego zu den Bierhochburgen in Amerika und der Welt.
Zu den berühmtesten Brauereien gehört die Karl Strauss Brewing Company. Im November findet eine „Beer Week“ statt.
www.sdbeer.com, www.karlstrauss.com

Bienvenido a México

Tijuana und San Diego sind nach Detroit-Windsor (USA-Kanada) die zweitgrößte Doppelmetropole an einer Grenze. Trotz aller politischer Geplänkel: der „kleine“ Grenzverkehr läuft wie am Schnürchen. Es gibt mehrere Wege von Downtown San Diego ins nur gut 20 km entfernte mexikanische Tijuana; eine davon ist die Straßenbahn, die bis zur Grenze fährt und von dort dann weiter zu Fuß.
www.sandiego.org/articles/baja-california/crossing-the-us-mexico-border.aspx
www.visitmexico.com/en/main-destinations/baja-california/tijuana

PRAKTISCHE TIPPS
Infos: www.sandiego.org
Übernachten: Kona Kai Resort and Spa, 1551 Shelter Island Dr., Shelter Island, www.resortkonakai.com; am Jachthafen gelegener Hotelkomplex
Mexikanisch essen: Casa Guadalajara oder Café Coyote, beide in Old Town, www.casaguadalajara.com, www.cafecoyoteoldtown.com; beliebte mexikanische Restaurants mit Livemusik.
Touren: Hornblower Cruises San Diego, www.hornblower.com/san-diego; Hafenrundfahrten und Whale Watching sowie schöne Dinner-, Brunch- oder Cocktail-Fahrten.

San Diego Bay

© Text: M. Brinke–P. Kränzle, ©Fotos: M. Brinke mit Ausnahme San Diego/Gaslamp Quarter (©Visit California).

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