Kommentare 0

New Kids on the Block – neues indisches Restaurant in New York City

Ein Restauranttipp von den Autoren des Bandes „USA –Ostküste“, „USA-Nordosten“ und anderer USA-Bände, Margit Brinke – Peter Kränzle, Dez. 2017

aRoqa – Indien und die Welt

„Contemporary Indian cuisine“ so beschreibt sich „aRoqa“ selbst, man könnte es auch „East meets West“ nennen, was Gaurav Anand in diesem neuen indischen Restaurant in Manhattans Stadtviertel Chelsea auf den Tisch bringt. Anand ist, obwohl erst in den 30ern, schon ein alter Hase im Restaurantgeschäft: Er betreibt bereits drei andere Lokale in NYC und aRoqa ist sein jüngstes Unternehmen, im Juni 2017 eröffnet.

Feierliches Ambiente und kreative Kost

„a roqa“ heißt die traditionelle Verlobungszeremonie in Indien und entsprechend feierlich, um nicht zu sagen dramatisch dekoriert ist das Lokal: in Schwarz und Gold. Das Menü geht weit über rein Indisches hinaus, zeigt mexikanische, französische, mediterrane und andere kulinarische Einflüsse aus aller Welt. Gaurav Anand stammt aus Dehli und seine Kreationen sind alles andere als alltäglich. Er scheut sich nicht, frittierte Lotusstengel mit Avocado, Tomatillos und grünen Chilischoten zu kombinieren oder Pilz-Safran-Kroketten mit Ziegenkäse-Sauce und Avocado. Grünkohl, Tomatillos, Speck, Ziegenkäse sind in seiner Küche Standards, ebenso wie ungewöhnliche Präsentationen: z.B. Corn Paddu in einem kleinen Drahtfahrrad, eine Reminiszenz an Indien, serviert.

Vindaloo und Chicken Tikka, beides an sich traditionelle Curry-Gerichte, kommen bei ihm in völlig neuer, moderner Form daher, z.B. mit Parmesan-Chips und Aioli. Butternut-Kürbis-Köfte werden mit Grünkohl-Chips serviert. Vieles wird flambiert und – wie auch etliche Drinks – theatralisch rauchend serviert, andere kommt hübsch dekoriert mit Blüten auf den Tisch – allein die Darbietung von Speisen und Getränken ist in diesem Lokal sehens- und erlebenswert!

Von großen Träumen zu vier Lokalen

Anand kam vor gut zehn Jahren nach New York City, mit zwei Koffern und vielen Träumen, wie er sagt. In New Dehli aufgewachsen, arbeitete er zunächst für ein Catering-Unternehmen, lernte dann autodidaktisch das Kochen, durch Beobachten und Experimentieren. 2006 wurde er bei einem Besuch von New York City in den Bann gezogen, zumal dort die indische Küche bis dahin eine eher untergeordnete Rolle spielte. 2007 eröffnete er als erstes das „Bhatti Indian Restaurant“, 2012 folgte „Moti Mahal Delux“, 2014 „Awadh“ und 2017 „aRoqa“, zusammen mit Geschäftspartnerin Monica Saxena.

Vielseitige Speisekarte

Angeboten werden bei aRoqa „Taste Plates“ (ca. $ 10-16), eine Art Vorspeisen, und „Shared Plates“ (ca. $ 18-26), größere Gerichte, beide Kategorien ideal zum Teilen unter Freunden. Zum Glück gibt es auf der Speisekarte zusätzlich zu den exotisch klingenden Namen auch Beschreibungen der Ingredienzien: z. B. Corn Paddu (Mais-Reis-Küchlein mit Kokos-Kefir-Limonen-Chutney und Gunpowder Masala) oder Vindaloo Momos (Schweinefleischklößchen mit Speckwürfelchen, grünen Äpfeln und Vindaloo-(Curry)-Sauce).

„Habanero Tikka chicken kebab“ (Curry-Hähnchen) kommt mit Habanero-Aioli-Sauce und Parmesan-Chips. Ebenfalls Hähnchen ist bei „Bhatti Murgh Ki Champ“ die Hauptzutat oder aber Ziegenfleisch bei „Dora Kebab Goat“, dazu Tomatensalat. Excellent: die Lammkeule (Dum ki Nalli) mit Safranreis, die Entenkeule (aRoqa Duck Leg Confit) oder der Wolfsbarsch (Rechado Macchi) mit Zitronengras und Reispilaf. Natürlich gibt es diverse Kulcha – indisches Fladenbrot, zum Teil gefüllt – und Nachtisch, wie ein im Mund schmelzendes Schokoladen-Soufflée.

Drinks der besonderen Art

Vom Team der toll sortierten Cocktailbar des Restaurants stammen Kreationen, die mindestens ebenso einfallsreich sind wie das Essen. Man scheut sich nicht, Olivenöl, Balsamico-Essig, Mangoldblätter oder Zuckerschoten in seinen Getränken einzusetzen und die Präsentation allein sorgt für allerhand Gesprächsthema. „Shadowplay“ ist zum Beispiel ein Mix aus Mezcal, Clementinensaft und Kaktuswasser, der in einer Keramikschale „rauchend“ auf den Tisch kommt, dank Trockeneis. „Through My Sails“ ähnelt einem fruchtigen „Tiki“-Drink, ist allerdings ein ganz besonderer: mit Ananas-Zitronengras-Püree, Mandelmilch und Whiskey, getoppt von einer flambierten rum-infizierten Limette. „Moving Swiftly“ hingegen besteht aus Single-Malt Whisky, kombiniert mit Sauerkirsch- und Holunderlikör und lavendelgewürztem Agavensirup, dazu kommt grünes Paprikapüree.

INFO

aRoqa, 206 9th Avenue,
New York
Tel. (646) 678-5471
www.aroqanyc.com
tgl. 17-mind. 23 Uhr
Zu Gaurav Anand: www.gaurav-anand.com

© Text: M. Brinke-P. Kränzle, Fotos: Evan Sung mit Ausnahme Foto Duck Leg Confit (Michael Tulipan), Porträt (www.gaurav-anand.com) und Bar/Cocktails-Fotos (Margit Brinke).

Schreiben Sie eine Antwort


Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.