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Neues aus der Ewigen Stadt – Rom für Kenner

Ein Rombesuch von den Autoren des Rom-Führers und mehreren USA-Bände bei Iwanowski’s, Dr. M. Brinke – Dr. P. Kränzle, Sept. 2019

Über den Dächern der Ewigen Stadt

Nicht nur politisch tut sich in Rom, der Hauptstadt Italiens, derzeit viel, auch touristisch ist in der „Ewigen Stadt“ Einiges los. Man darf sich beispielsweise auf der Spanischen Treppe nicht mehr niederlassen und es ist – schon länger – verboten, am Rand des Trevibrunnens sitzend, seine Münze über die Schulter ins Wasser zu werfen, um die Rückkehr nach Rom zu sichern. Trillerpfeifen der römischen Stadtpolizei unterbinden jetzt sofort jegliche Gemütlichkeit.

Neue alte Sights

Dafür wurde die Domus Transitoria, der Kaiserpalast von Nero auf dem Palatin, für Besucher wiedereröffnet. Der Palatin gehört wie das Forum Romanum und das Kolosseum zum Parco Archeologico del Colosseo (https://parcocolosseo.it/area), d.h. alle drei Topattraktionen können mit einem Ticket zu 12 Euro an zwei aufeinanderfolgenden Tagen (tgl. 8.30-mind. 15.40 Uhr) besucht werden. Ein neues Superticket „Foro Romano-Palatino SUPER“ zu 16 Euro ermöglicht darüber hinaus den freien Eintritt u. a. zur Domus Transitoria und in die Häuser des Augustus und der Livia. Neu auf dem Areal ist auch Gratis-Internetnutzung für Besucher.

Ebenfalls attraktiver geworden ist ein Spaziergang auf der Via Appia Antica, vor allem dank des neuen Museums Capo di Bove. Schlendert man auf der 312 v. Chr. erbauten antiken Straße, vergisst man rasch den Lärm und Trubel der Stadt.
Neben den bekannten Attraktionen an der antiken Straße wie Maxentius-Villa oder Grabmal der Caecilia Metella lohnt auch der Besuch des Capo di Bove. Diese Ausgrabung zeigt die luxuriöse Badeanlage einer antiken Villa mit Thermenanlage. Ein Infozentrum und ein kleines Museum in dem hier erbauten Landhaus informieren über den ganzen archäologischen Park an der Via Appia Antica (www.parcoarcheologicoappiaantica.it).
Auch die Trajansmärkte (www.mercatiditraiano.it), eines der grandiosen erhaltenen Bauwerke aus der Antike, bieten Besuchern mehr als nur „antikes Markttreiben“. Im Inneren des alten Marktgebäudes sind heute Ausstellungsstücke und Informationen zu allen Kaiserforen, die einst in nächster Nachbarschaft lagen, zu bewundern, firmierend als Museo dei Fori Imperiali. Dazu gibt es immer wieder attraktive Sonderausstellungen.

Mercati Trajani

Märkte für Eingeweihte

Den Campo de’ Fiori kennt jeder, doch ist dieser längst kein „richtiger“ Wochenmarkt mehr, auf dem die Römer ihre Einkäufe tätigen, sondern ein Tummelplatz der Touristen. Empfehlenswerte Märkte mit regionalen Produkten sind hingegen zum Beispiel die beiden Folgenden:

Campo de’ Fiori

Zu den Mercati d’Autore (www.mercatidautore.com), einem Netzwerk verschiedener Märkte in Rom, gehört der Mercato Nomentano an der Piazza Alessandria im Stadtbezirk Nomentano. In einer Halle aus den 1940er Jahren, die von der ersten italienischen Architektin, Elena Luzzato, geplant worden ist, befinden sich rund 25 Stände, die außer Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, Käse und Feinkost, auch Haushaltwaren, Kleidung, Pizza, Backwaren und anderes anbieten. Eine Café-Bar gehört ebenfalls dazu.

Während dieser Markt täglich außer Sonntag geöffnet ist, kann man im Mercato di Campagna Amica am Circo Massimo (Via San Teodoro, 74, www.campagnamica.it) nur samstags und sonntags von 8 bis 15 Uhr einkaufen. Auf diesem Markt, ebenfalls unter Dach, bieten Produzenten aus dem näheren Umkreis ihre eigenen Waren an, z. B. Peccorino verschiedener Reifegrade, Olivenöl, Würste und Schinken, Backwaren, Porcetta-Semmeln oder Wein. Hier geht es um Direktvermarktung und Ökologie, um Bio, saisonal und regional, und nicht zuletzt um den persönlichen Kontakt zwischen Kunden und Produzenten.

Craft Beer und Slow Food Pizza

Wein gibt’s auf dem Amica-Markt in bester Qualität und dazu preiswert. Wem dennoch nach einem guten Bier ist, könnte einen Abstecher zu Doppio Malto (Foto re.) (www.doppiomalto.com/it/le-fabbriche/roma-fontana-di-trevi.html), in nächster Nähe zur Fontana di Trevi, in Erwägung ziehen (Via Poli, 50-52, tgl. 12-mind. 24 Uhr). Italiens Biervielfalt ist grandios (wie die Bierregale im großen Eataly-Lebensmittelmarkt, www.eataly.net/it_it/negozi/roma, siehe Foto) zeigen, die Zahl von Kleinbrauereien oder Pubs in Rom bis dato jedoch noch gering. Doppio Malto wurde schon 2004 in Erba (Provinz Como) gegründet, doch die „Filiale“ in Rom ist relativ neu. Mahogany IPA , Rust Ale, Zingi Beer (Ginger Ale) oder Wheat löschen den Durst auf delikate Weise; dazu gibt es Gratis-Popcorn und einen Tischkicker. Auch die schottische Craft Brewery BrewDog hat nach Berlin in Rom eine Kneipe nahe dem Colloseo eröffnet (Via delle Terme di Tito 80, www.brewdog.com/bars/global/brewdog-roma).
Es gibt zwar auch in den Pubs eine Speisekarte, aber wer einmal typisch römische Pizza essen möchte, sollte Pinsere – La Pizza di Roma (Via Flavia 98, tgl. 9-21 Uhr) ausprobieren. Hier gibt’s die perfekte römische Variante der Pizza für zwischendurch, zu Preisen zwischen 3 und 5 Euro in höchst kreativen Varianten. Der Unterschied zwischen Pinsa und Pizza – auf dem Foto zum Vergleich eine Pizza von der wohl besten Pizzeria Roms, Dar Poeta in Trastevere (www.darpoeta.com) – liegt im Teig, ersterer ist lockerer und leichter, dazu knuspriger, da es sich um einen Mehlmix (Reis-, Soja- und Weizenmehl) mit Sauerteig (nicht Hefe wie bei der Pizza) handelt. Diese der Focaccia ähnliche Variante soll angeblich ein Standardgericht im antiken Rom gewesen sein. In dem Imbisslokal kommen die Teiglinge mit unterschiedlichen Belägen – wie Speck, Kürbis, Gorgonzola oder Schinken – aber immer ohne Tomatensauce, frisch aus dem Holzofen.

Ideal zum Übernachten

Und was könnte günstiger sein als die Nähe des Pinsere-Lokals zum Hotel? In derselben Via Flavia (Foto), nur ein paar Palazzi weiter, befindet sich das Hotel Nuova Monaco. Ein gutes Hotel in einer Großstadt wie Rom zu finden, ist oft Glückssache. Entweder es ist sehr teuer, sehr laut oder sehr abgelegen, man fühlt sich nicht recht sicher oder es gibt Defizite in Sachen Sauberkeit. Nicht so im Hotel Nuova Monaco. Es ist untergebracht in einem der für Rom typischen ockerfarbenen alten Palazzi im Quartiere Sallustiano, einem typisch-römischen Wohnviertel (Foto). Die berühmte Via Veneto ist weniger als eine halbe Stunde entfernt, ebenso wie die Piazza Barberini, der Trevi-Brunnen oder die Spanische Treppe. Zum Bahnhof Termini ist es gut eine Viertelstunde.
Die Familie Tomas-Gasperini betreibt seit 1983 hier eine Pension. In den Anfängen noch eher einfach, war sie vor allem beliebt bei Studenten und Schulklassen, seit das Hotel jedoch komplett renoviert und modernisiert wurde, ist es ein Hotel, bei dem das Preis-Leistungsverhältnis stimmt: Es gibt neun große, modern möblierte, helle und freundliche Zimmer mit zwei bis vier Betten und eigenen Bädern. Dazu gehören Satellitenfernsehen, kostenloses Internet, Klimaanlage und ein kleiner Kühlschrank, sowie ein Wasserkocher zum Zubereiten von Kaffee oder Tee.
Der Zimmerpreis variiert je nach Saison und Auslastung zwischen etwa 50 und 85 Euro fürs DZ. Die Rezeption ist rund um die Uhr besetzt.

INFO: Hotel Nuova Monaco, Via Flavia, 84, 00187 Roma, Tel. +39 06 42011922 www.hotelnuovamonaco.it/de mit Buchungsmöglichkeit (rechtzeitig buchen!).

In und um Rom lässt sich viel entdecken. Unsere Autoren Margit Brinke und Peter Kränzle (Foto) lieben es, neue und interessante Spots in ihrer europäischen Lieblingsstadt vorzustellen, ergänzend zu ihrem Rom-Reiseführer im Iwanowski’s Verlag.

© Text & Fotos: M. Brinke-P. Kränzle, mit Ausnahme der beiden Innenaufnahmen Hotel Nuova Monaco (© Hotel).

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