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USA News # 30

Steigende Besucherzahlen

Las Vegas knackt den ersten Besucherrekord seit Beginn der Corona-Pandemie: Im Juli begrüßte die Stadt fast 3,5 Mio. Besucher, was einer Hotel-Gesamtauslastung von 83 % gleichkommt. New York sieht bis Ende 2022 sogar 56,4 Mio. Besucher voraus, davon 8.9 Mio. internationale Gäste, was zu 85 % dem Stand von 2019 (ca. 67 Mio.) entsprechen würde. Im Jahr 2024 will die Stadt die damalige Rekordzahl wieder übertreffen.

Contemporary Art ©MB

LOS ANGELES

Wie sein Vorgänger, das Newport Harbor Art Museum, genießt das kürzlich neu eröffnete Orange County Museum of Art einen guten Ruf wenn es um innovative, zeitgenössische Kunst geht. Im Oktober 2022 ist die 1962 gegründete Sammlung auf den Segerstrom Center for the Arts Campus, geplant vom angesehenen Architekten und Pritzker Preisträger Thom Mayne von Morphosis Studio, umgezogen. Allein das Gebäude mit hohem Atrium, einer repräsentativen Treppe (Grand Staircase) als Treffpunkt und mit lichtdurchfluteten Galerien ist sehenswert. Es werden gleichzeitig mehrere Wechselausstellungen gezeigt, teils aus eigenen Beständen. Schließlich besteht die Sammlung aus über 4.500 Kunstwerken, überwiegend aus dem 20. und 21. Jh. und zumeist von kalifornischen Künstlern.

  • Orange County Museum of Art, 3333 Avenue of the Arts, Costa Mesa, CA, https://ocma.art, Di/Mi/So 10-18, Do/Fr/Sa 10-20 Uhr, Eintritt frei.

FORT COLLINS/Colorado

The Exchange (234 N College Ave., www.theexchangefortcollins.com) liegt mitten in Old Town Fort Collins und ist die neueste Destination zum Ausgehen. Verschiedene Food Vendors und Restaurants, eine Brauerei, eine Winery und eine Destillerie sorgen für Verpflegung. Auch für Unterhaltung in dem familienfreundlichen Sitzareal im Freien wird gesorgt.

Ginger & Baker (https://gingerandbaker.com) ist ein weiterer lohnender Halt in Fort Collins. Die alte Getreidemühle von 1905 wurde zunächst in einen „Feed & Supply“ Shop für Farmer und Rancher umgewandelt, heute trifft man sich hier zum Essen und Trinken. Es gibt Market & Bakery – für den schnellen Kaffee mit Gebäck oder den Kauf eines kulinarischen Souvenirs im zugehörigen Shop -, The Café für „Farm-to-Table American classics“ zum Frühstück oder Lunch, The Cache – Fine Dining umgeben von einer Auswahl an über 130 Weinflaschen. The Rooftop heißt die Openair-Bar mit Feuerstelle und Bigscreen-TV und in The Teaching Kitchen finden Workshops und Kochvorführungen statt.

Übernachten lässt sich gut und zentral im Elizabeth Hotel (111 Chestnut St., www.theelizabethcolorado.com), zur Marriott Autograph Collection gehörig. Es bietet eine Rooftop-Bar und – einmalig! – eine Musikinstrumenten-Sammlung zum Ausleihen, ebenso wie Schallplatten. Ein Plattenspieler steht in jedem der geschmackvoll ausgestatteten Zimmern zur Verfügung und im zugehörigen Club „Magic Rat“ treten regelmäßig Livebands auf!

NEW YORK

New York – Museum of Broadway ©MB

Am 15. November eröffnet das neue Museum of Broadway (www.themuseumofbroadway.com). Für $ 39 Eintritt (Time Slots!) gibt es Ausschnitte aus 500 Produktionen vom 18. Jh. bis heute, Bilder aus verschiedensten Shows, Informationen über die Geschichte des Broadway inklusive wegweisender Highlights und „Game Changers“. Gezeigt werden auch Kostüme, Kulissen, Dokumente und Fotos. Eine Abteilung heißt „The Making of a Broadway Show“.

New York – Tin Building ©MB

Neu ist am South Street Seaport The Tin Building by Jean-Georges (www.tinbuilding.com), ein exklusiver Marketplace mit Imbissstationen, Restaurant, Bar und Läden an Stelle des ehemaligen Fulton Fish Market. Benannt ist er nach dem aus dem Elsass stammenden gleichnamigen Starkoch Jean-Georges Vongerichten.

Das Jackie Robinson Museum (www.jackierobinsonmuseum.org) eröffnete im September und ist ein Mekka für Baseballfans. Es feiert einen der berühmtesten Spieler des 20. Jh. und beschreibt seinen Einsatz in Sachen Rassismus und soziale und wirtschaftliche Gleichberechtigung. Am 15. April 1947 war Jackie Robinson als erster African American in der Major League Baseball angetreten. Er engagierte sich mit seiner Frau lebenslang für die Rechte der Schwarzen in allen Bereichen.

New York – Statue of Liberty – Crown ©MB

Wieder zugänglich ist seit Kurzem die Krone der Statue of Liberty (www.nps.gov/stli/planyourvisit/visit-the-crown.htm). Tickets müssen lange im Voraus bestellt werden. Sie kosten eine Extragebühr und sind im Fährpreis von $ 24.30 enthalten.

Kulinarisches NYC

Neu eröffnet hat im East Village MayRee, ein kleines, aber feines thailändisches Restaurant. Eine Bar, Deckengemälde und traditionelle Kopfputze in Vitrinen vor Ziegelwänden, verleihen dem Lokal authentisches Ambiente. Besitzerin und Chefköchin Orawan Sawangphol setzt auf jene südthailändische Kost, mit der sie aufwuchs. Die passenden exotischen Cocktails dazu gibt es vom bekannten Mixologist Sek Saraboon. Sawangphol verwendet gern thailändische Kräuter und ungewöhnliche Früchte, Kokusnuss, Chiles und Kurkuma. Es gibt Curries und Suppen, Pfannengeröstetes und Salate, Shrimp und Fisch, aber auch Ente oder speckumwickelte Schweinswürste. Hinterher ein kleiner Schnaps? Die „Infused Ya Dong Shots“ gelten als Energy Booster.

  • MayRee, 58 East 1st St., East Village, Tel. 929-989-6213, www.mayreenyc.com, tgl. Lunch und Dinner, Weekend-Brunch in Planung.

Ebenfalls brandneu in Harlems Sugar Hill-Neighborhood – einst Heimat vieler Jazz-Größen – ist The Porch. Der Besitzer (selbst Musiker, Spezialist im Fischräuchern u.v.m.), Mark Miller, hat ein „American Smokehouse“ aufgezogen, mit BBQ-Rippchen und -Hühnchen, Räucherfisch und Shrimps. Dazu gibt es eine geniale Auswahl vor allem an Bieren, aber auch erlesene Weine und demnächst kommen Cocktails dazu. Liveauftritte lokaler Jazz-Bands – im Rahmen eines „Artist-in-Residence Programs“ – machen das kleine gemütliche Lokal mit viel Holz, Vintage-Stücken und einem grandiosen Glaskunstwerk sowie Freiplätzen vor einem Wandbild, zum neuen Gathering Space für Einheimische und Besucher.

Executive Chef Matt Fisher hat schon in zahlreichen BBQ-Lokalen gearbeitet und konzentriert sich auf Gegrilltes sowie auf Cajun Favorites wie Shrimp Beignets oder Cajun Shrimp mit Peanut Slaw. Vor den BBQ-Rippchen lohnt unbedingt die Fisch- oder Charcuterie-Platte, hinterher: ein wenig Backwerk von einer Harlemer Bäckerin, die mit Hilfe von Mark – der auch sozial sehr engagiert ist – bald ihr eigene Bäckerei eröffnen wird.

  • The Porch, 750A St. Nicholas Ave., www.theporchnyc.com, tgl. 11.30-Mitternacht, Livejazz Do.-Sa. ab 21 Uhr.

The Sugar Hill House

In einem der schönen Brownstone Town Houses im Nordteil von Harlem, in Sugar Hill, in der 149th Street, befindet sich eine empfehlenswerte neue und preislich günstige Unterkunft. Dazu ist die Lage perfekt, eine Subway-Haltestelle ist nur einen Steinwurf entfernt und die Fahrt mit dem legendären A-Train zum Times Square dauert nur rund 20 Minuten. Es gibt im Umkreis außerdem etliche Shops und Restaurants.

In den oberen beiden Etagen (unten wohnen die Besitzer) stehen zwei „Duplexes“ mit jeweils eigenem Eingang zur Verfügung, innen jeweils verbunden durch eine Wendeltreppe. Es gibt pro Einheit ein Schlafzimmer mit Klappbett und Sitzgelegenheiten (Living Room) sowie kleiner Küche und dazu ein weiteres Schlafzimmer oben; beide Etagen haben eigene Badezimmer (1x Wanne, 1x Dusche). Die Anordnung ist ideal z.B. für zwei Paare oder Familien.

The Hamilton befindet sich im hinteren Teil des Gebäudes und – um es vorwegzunehmen – es ist der Balkon, der es besonders macht! Die Ausstattung ist „Mid-Century Modern“, die Betten komfortabel, die Küche gut ausgestattet. Die Nacht (für 4 Pers.) kostet $ 260 (plus einmalig $ 65 Reinigungsgebühr), für die Woche bezahlt man $ 1.500.

Nach vorn zur (sehr ruhigen) Straße gelegen, ist The Bayley, im „Victorian eclectic“-Stil. Die Anordnung ist prinzipiell dieselbe, der Preis liegt bei $ 230 (1250/Woche) für 4 Personen; minimum sind 2 Nächte.

  • Auskunft & Buchung unter Tel. 917 562-8484 bzw. E-Mail: bkaufmann320@gmail.com. Eine Webseite ist im Aufbau.

The Louis Armstrong House Museum

Ein besonderes Juwel verbirgt sich in Queens, im Neigborhood Corona, und nicht viele Besucher werden es kennen: Louis Armstrongs Wohnhaus und Museum (www.louisarmstronghouse.org). Das an sich schlichte Haus selbst ist aus zweierlei Gründen sehenswert: Zum einen sieht man, wie das berühmte Ehepaar gelebt hat – mit für die Zeit teils ungewöhnlichem Design –, zum anderen lernt man Armstrongs Leidenschaft, alles auf Tonband zu dokumentieren, kennen.

Das Ehepaar zog 1943 hier ein und Armstrong fühlte sich sowohl im Haus als auch im Viertel sofort wohl. Nach seinem Tod 1971, lebte seine Frau Lucille bis 1983 in dem Haus in der 107th Street in Corona und legte fest, dass nach ihrem Tod das Haus und die diversen Sammlungen ihres Mannes an die Stadt New York bzw. das Queens College gehen. Am Haus wurde so gut wie nichts verändert, zumal es zudem unter Denkmaklschutz gestellt wurde, und die Sammlung blieb geschlossen erhalten.

Während der interessanten Touren durchs Haus, das Lucille ohne Louis zu fragen gekauft hatte, sticht die revolutionär-modern erscheinende türkisfarbene Küche ins Auge, ebenso die silbernen Schlaf- und Badezimmer, während Louis’ Büro gemütlich wirkt. Man erfährt insbesondere über die Leidenschaft Armstrongs, Gespräche und Erlebnisse auf Tonband aufzunehmen. Er besprach mehrere Hundert Tonbänder, teils im Stil eines Podcasts, und schuf damit ein einmaliges Tagebuch.

Die Louis Armstrong Collection besteht zum einen aus Louis und Lucilles persönlicher Sammlung von Tonbandaufnahmen – nicht nur von Musik, sondern auch von eigenen Kommentaren, Gesprächen oder Eindrücken –, Notizbüchern, Fotos, Briefen, Musikinstrumenten u.v.a. mehr. Dazu kommt u.a. die Satchmo Collection mit Materialien, die von Freunden, Fans und Sammlern gestiftet werden. Zusammen ergibt dies ein einmaliges Archiv, das als größtes Jazz-Archiv der Welt gilt.

Der von Armstrong angelegte japanisch inspirierter Garten umgibt das Haus; hier finden im Sommer auch kleinere Konzerte statt. Gegenwärtig entsteht gegenüber dem Haus das neue Louis Armstrong Center (www.louisarmstronghouse.org/our-new-center), ein auffälliger moderner Bau, der nächstes Frühjahr eröffnen soll. Hier wird das Louis Armstrong Archiv einziehen, es wird einen Veranstaltungsraum geben, der jetzt kleine Gift Shop bekommt ein neues Domizil und auf Besucher wartet ein neues multimediales Welcome Center. Der neue „Armstrong Campus“ wird ab 2023 unbedingt einen Besuch wert sein, zumal zwei Subway-Stationen des Linie 7 nur rund 10 Gehminuten entfernt liegen.

  • Louis Armstrong House Museum, 34-56 107th St., Queens/NY, www.louisarmstronghouse.org, Touren derzeit Do–Sa stündlich 11–15 Uhr, $ 15.

DENVER/COLORADO: ZWEI UNGEWÖHNLICHE TIPPS

Ein Highlight in Denver, das man nicht versäumen sollte, ist die Denver Union Station (https://unionstationindenver.com). Als „Denver Union Depot“ 1881 eröffnet, zählte der Bahnhof einst zu den größten Gebäuden im Westen, mit markantem Uhrturm im Zentrum. 1914 wurde er durch einen neuen Bau im Beaux-Arts/Renaissance Revival-Stil ersetzt, der im Laufe der Zeit, verursacht durch den Niedergang des Zugreiseverkehrs, allmählich verfiel. In den frühen 2000er-Jahren gründete sich jedoch eine Gruppe, die sich für den Erhalt und die Renovierung des alten Bahnhofs stark machte. 2014, genau 100 Jahre nach der Eröffnung, wurde das Gebäude wiedereröffnet und ist seitdem eine Erfolgsgeschichte.

Einzigartig ist, dass es sich nicht nur um einen Bahnhof handelt, in dem Reisende auf einen der beiden Überlandzüge oder die regionalen S-Bahnen warten, sondern vielmehr ein lebhafter Ort, an dem man sich trifft, ein Bier an der Terminal Bar oder einen Café bei Pigtrain trinkt, sich zum Frühstück bei „The Snooze“ verabredet oder bei Stoic & Genuine zum (Seafood-)Essen geht. Oder man hängt einfach nur in den außergewöhnlichen Sitzgruppen in der Main Hall ab. In die oberen Geschosse, in frühere Büros, ist das Crawford Hotel eingezogen. Hohe Decken, witzige Details (wie die Lampen) und gute Ausstattung zeichnen die Hotelzimmer aus. Ein weiterer Vorteil ist, dass von der Union Station auch die Schnellbahn zum Flughafen abfährt!

Denver – The Urban Farmer – Steak Tasting ©MB

Quasi um die Ecke liegt der „Urban Farmer“, ein einzigartiges Steakhouse. Der junge Chefkoch Ryan Rau liebt regionale Zutaten, lagert sein Fleisch selbst, baut eigene Microgreens an und stellt alle Pickles selbst her. Sein „Tasting Plate“ aus vier verschiedenen kleinen Steaks  – grass-fed, grain-fed, dry-aged und Bison – und seine schmackhaften Beilagen gibt Gelegenheit zum Steak-Conaisseur zu werden!

Text: ©Drs. Brinke-Kränzle, http://travelingtramps.blogspot.com
Das Aufmacherfoto (©MB) zeigt das Rockefeller Center in New York.

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