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La Quinta Resort, ein Hoteljuwel mit illustrer Geschichte

Ein Tipp von den Autoren mehrerer USA-Bände, darunter „USA-Westen“, Margit Brinke – Peter Kränzle, Juni 2019

Ab dem frühen 20. Jh. war die Wüste im Hinterland Kaliforniens von den Los Angelenos, vor allem von den Stars aus Hollywood, als Refugium entdeckt worden. Nachdem erst das näher gelegene Palm Springs „bevölkert“ wurde, zogen schon bald ruhesuchende Besucher weiter nach Osten, ans Ende des Coachella Valleys. Einer von ihnen war Walter H. Morgan. Er eröffnete an den East Valley Foothills 1926 ein Hotel im spanischen Stil, das „Gem of the Desert“.

Stars & Sternchen aus Hollywood

Bald schon genossen Stars wie Greta Garbo, Ginger Rogers, Clark Gable, Bette Davis oder Shirley Temple, Robert Montgomery, Errol Flynn oder Joan Crawford dieses „hideaway“.

Morgans Vater, Captain John Stillwell Morgan, hatte 1851 die Morgan Oyster Company in San Francisco gegründet und war mit Austern zu Wohlstand gelangt. Walter Henry (1875 San Francisco-1931 La Quinta) hatte die Firma weitergeführt, war jedoch 1926 ins Coachella Valley gekommen. Ob bereits Gesundheitsgründe mitspielten (er starb nur 55-jährig an TBC), die Mineralquellen in der Region und die trockene Wüstenluft galten als heilsam, oder ob er nur das La Quinta Resort für sich und seine Freunde als „Winterfrische“ einrichten wollte, bleibt offen.

Morgan empfing auf alle Fälle seine Freunde aus Hollywood hier, ein rauschendes Eröffnungsfest fand zu Weihnachten 1926 statt. Der Ort entwickelte sich zum „original desert hideaway“, zum ungestörten „Hangout“ für Stars und Prominente. Dauergast Frank Capra schrieb z. B. hier am Pool das Drehbuch für „Lost Horizon“ und Ginger Rogers genoss das Idyll mit seiner Frau ebenso wie Greta Garbo, die sogar ein eigenes Haus (Foto unten) bewohnte.

Eine Stadt wird nach einem Hotel benannt

La Quinta liegt nur eine halbe Stunde vom Palm Springs International Airport entfernt. Vor dem Hintergrund der Santa Rosa Mountains ist der weitläufige Hotelkomplex das am längsten kontinuierlich betriebene Hotel in der Palm Springs Area, dazu wurde hier kurioserweise der darum entstandene Ort nach dem Hotel benannt.

Das Grundstück ist wunderschön gestaltet: mit duftenden Zitrusbäumen, Zypressen und Kakteen, Palmen und Blumenrabatten. Mit gebührendem Abstand verteilen sich weißgestrichene Casitas im spanischen Stil verschiedener Größe, zum Teil aus der Erbauungszeit in den 1920ern, teils mit eigenen Terrassen und Pools, in verschiedenen Kategorien.

Dazu kommen größere „Resort Casitas“ und „Villa Suites“. Letztere stellen den obersten Luxus dar; es handelt sich um topausgestattete Wohnungen mit privaten Spas und Pools. Eine davon ist die Eisenhower Suite – hier lebte der Präsident tatsächlich –, wohingegen Greta Garbos Haus nur für Events zur Verfügung steht.

Das Hotel gehört heute zur Hilton-Kette (Waldorf Astoria Hotels & Resorts) und bietet 617 Zimmer, 161 Villas und 41 Swimmingpools. Eher bescheiden, aber durchaus ehrwürdig wirkt der Lobby-Bau, der erst kürzlich renoviert und modernisiert wurde.
Das Spa mit Fitnesscenter bildet ebenfalls einen eigenen Baukomplex und birgt 38 Behandlungsräume, Whirlpools, Dampfräume und einem Innenhof, den Sanctuary Courtyard, in dem man sich bestens vor oder nach der Behandlung entspannen kann.
Fitnesscenter, insgesamt 41 Pools, fünf Golfplätze (dazu vier private), die von großen Planern wie Arnold Palmer oder Jack Nicklaus stammen, 21 Tennisplätze, ein 21+-Erwachsenen-Pool und ein Main Pool mit Cabanas und Kinderplanschbecken, Leihfahrräder und Hiking-Trails (wie der rund 11 km lange Bear Creek Canyon Trail) bieten umfassende Abwechslung, Entspannung und Betätigung. Dazu muss man die Anlage gar nicht verlassen.
„The Marketplace“ rings um eine Plaza ist hübsch mit Wasserfällen, Brunnen und geschwungenen Pfaden gestaltet und bietet schnelles Frühstück oder Imbiss, außerdem Getränke.

Veuve Clicquot Bar

Hier gibt es auch Shops wie Polo Ralph Lauren, Trina Turk, den Bungalow Shop oder Lollipop’s. Mehrere Bars, darunter eine Veuve Cliquot-Bar am Pool, und Lokale stehen Gästen zur Verfügung, z.B. TWENTY6 (American Grill), der mexikanisch-angehauchte Adobe Grill oder das edle Morgan’s, dazu mehrere Restaurants in den Golf- bzw. Tennisclubs.

Morgan’s in the Desert

Morgan’s ist La Quintas absolutes Toplokal. Im Hacienda-artig gestalteten Speisesaal dinierten schon die hochkarätigen Gäste von Walter H. Morgan, die Hollywood Elite, und, isst man heute hier, kommt man sich angesichts des Topservice fast genauso vor.

Morgan’s in the Desert – Eingang

Die Speisekarte ist angenehm überschaubar und setzt auf regionale und kalifornische Zutaten. Die Regie in der Küche führt der Niederländer Camiel Henning und die geniale Schlichtheit seiner Gerichte ist faszinierend.

Einer kalten Gazpacho (Gemüsesuppe) und einem Dungeness Crab Salad als Vorspeisen folgte ein Wagyu Zabuton Steak – nussig-zart und im Mund schmelzend – mit Lobster Maccaroni & Cheese als Beilage bzw. eine Entenbrust mit einem himmlischen Schalotten-Speck-Kompott in Madeira-Sauce mit Polenta und Pilzen. Der Dessert-Teller mit allem was die Patissière aufzubieten hatte, schloss das geniale Menü ab, das begleitet wurde von exzellenten kalifornischen Weinen, die der kenntnisreiche Sommelier mit großem Gespür passend auswählte.

Eingang zum La Quinta Resort & Club

INFO
La Quinta Resort & Club, 49499 Eisenhower Dr., La Quinta, CA, Tel. (760) 564-4111, www.LaQuintaResort.com, mit Restaurant:
Morgan’s in the Desert, http://morgansinthedesert.com, Tel. (760) 564-7600, tgl. Dinner.

Text: ©M. Brinke – P. Kränzle
Fotos: ©MurphyO’BrienPR (La Quinta Resort) mit Ausnahme Greta Garbos Casa, Casita, Pool (1), Spa (2), Tennis Center und Speisefotos Morgan’s (©M. Brinke)

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