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Im Inland Empire Kaliforniens: die Weinregion Temecula Valley

Weingenuss und Shopping, Geschichte und Wildwest – all das hat das kalifornische Temecula Valley reichlich zu bieten. Unsere USA-Autoren Margit Brinke und Peter Kränzle gingen im Juni 2019 auf Entdeckungsreise.

Temecula Valley Wine Country

Rebstöcke, wohin man schaut – Blick von Carter Estate

Das Temecula Valley liegt auf halbem Weg zwischen Palm Springs und San Diego und selbst Los Angeles ist nur etwa 130 km entfernt. Auch an die Pazifik-Küste, nach Oceanside, sind es nur rund 65 km. Kein Wunder, dass das üppig grüne Tal vor allem als Naherholungsregion für die Städter ringsum gilt. Für viele europäische Besucher ist es jedoch eher ein „hidden gem“ in Kaliforniens Hinterland. Auch als Weinregion ist die Region eher unbekannt, dabei wird mittlerweile im Temecula Valley Wine Country (www.temeculawines.org) von fast 50 Weingütern vor allem eine Vielfalt an Bordeaux- und italienischen Weinsorten produziert.

Wandmalerien zeigen eine vergangene Zeit

1831 waren zu den einheimischen Temecula-Indianern die ersten weißen Siedler gestoßen, nachdem zuvor 1798 spanische Mönche eine Missionsstation errichtet hatten. Im Mexican-American War kam es 1847 zu mehreren Auseinandersetzungen zwischen US-Truppen, Mexikanern und lokalen Indianerstämmen. Nachdem die Region, wie ganz Kalifornien, 1848 Teil der USA geworden war, zogen amerikanische Siedler ins Tal. In den 1850ern wurde in Temecula ein Haltepunkt der Postkutschenlinie eingerichtet, ein Postamt entstand und die Besiedelung wuchs.

Die Geschichte der Old Town Railroad

1882 erreichte die Eisenbahn das Tal, blieb allerdings nur für ein Jahrzehnt, da es immer wieder zu Überschwemmungen kam. Steinbrüche und besonders die Rinderzucht waren die wichtigen Wirtschaftszweige, dazu machte sich das Tal während der Prohibition einen Namen als Zentrum des Bootlegging (Alkoholschmuggel) und der Speakeasies (geheime Bars).

Der Aufschwung wird eingeleitet

Walter Vail, der 1904 ins Tal gekommen war und Land erworben hatte, mauserte sich zu einer der wichtigen Persönlichkeiten der Region. Die Vail-Familie war es, die den Temecula River eindämmte und 1948 damit den Vail Lake schuf. 1964 wurde die Vail Ranch an die Kaiser Development Company verkauft und damit wurde die Besiedelung angekurbelt. Erste Weinberge und Weingüter entstanden und die Autobahn I-15 wurde zwischen L.A. und San Diego fertiggestellt. 1968 war als erstes Weingut Cilurzo entstanden, 1974 folgte die Callaway Winery, ein Jahr später Mount Palomar. 1984 wurde die Region schließlich zur „AVA“ (American Viticultural Area) erklärt und 1989 wurde der Hauptort Temecula zur Stadt erhoben. Seither ist das Wachstum ungebremst.

An die 50 Weingüter im Temecula-Tal

Viele der Weingüter im Temecula Valley sind relativ groß, viele werden von makellos gepflegten, großzügigen Gartenanlagen umgeben und sind meist Komplexe aus mehreren Gebäuden im italienischen Stil, mit Tasting Rooms, Shops, manchmal auch Restaurants, dazu Räumlichkeiten bzw. schön bepflanzte Patios und Veranden für Veranstaltungen. Vor allem Hochzeiten sind in der Region der große Renner und viele Weingüter haben sich darauf spezialisiert.

Vitagliano Vineyards & Winery (www.vitaglianowines.com) ist eines der Weingüter, in dem viel gefeiert wird. Der Name deutet es bereits an: Guy Vitagliano, der Gründer desWeinguts (2007) hat italienische Wurzeln, die Gebäude wirken mediterran, idyllisch ducken sie sich zwischen die Gärten und die Weinberge ringsum vor idyllischer Hügelkulisse. Auch die produzierten Weine sind im toskanischen Stil, z.B. Dolcetto, Cabernet Sauvignon, Pinot Grigio oder Muscat Canelli.

Renzoni Vineyards

Robert Renzoni Vineyards & Winery (https://robertrenzonivineyards.com) erwarb 2006 Land mit Weinbergen, auf denen seit 1998 Cabernet-Sauvignon-Trauben angebaut wurden. Renzoni, dessen Weine schon zahlreiche Auszeichnungen einheimsten, bewirtschaftet sechs Parzellen und baut u. a. Cabernet Sauvignon, Pinot Grigio, Sangiovese, Brunello und Barbera aus. Zugehörig zum Komplex ist Mama Rosa’s Trattoria.
Bei der Carter Estate Winery (www.carterestatewinery.com) ist zugleich ein kleines, aber feines Resort-Hotel dabei. Während in der Carter Winery nur Sparkling Wine (Champagner-Methode) produziert wird, stellt man im gegenüber liegenden Partner-Weingut South Coast (www.southcoastwinery.com) die Grundlagen dafür, die „normalen“ Weine her.  Auch hier können Besucher in luxuriösen Unterkünften, idyllisch mitten in den Weinbergen übernachten.

Zu den größten Weingütern im Tal gehört die 1996 von Gerry und Rosie Wilson gegründete Wilson Creek Winery (www.wilsoncreekwinery.com), die sich noch immer in Familienbesitz befindet. Abgesehen davon, dass sich der Komplex zu einer begehrten Film-Location entwickelte, ist er überaus beliebt für Hochzeiten. Es werden insbesondere vielerlei Sparkling Wines, aber auch Rote wie Cabernet Sauvignons, hergestellt.

Wildwestflair in Temecula

Temecula mit seiner Viertelmillion Einwohnern liegt im einstigen Siedlungsland der Temecula-Indianer. Nach den spanischen Missionaren kamen die Rinderzüchter und Vaqueros. Ihre Vergangenheit prägt bis heute den Ort und Old Town Temecula erinnert deshalb immer noch an eine „Wildwest-Town“, mit einigen rustikalen historischen Gebäuden aus der Stagecoach- und Eisenbahnzeit. 

Penniwinkle’s Workshop

Man läuft über Holzplanken-Wege und bummelt in kleinen Shops, wie dem von Temecula Olive Oil (www.temeculaoliveoil.com) oder Temecula Lavender (https://temeculalavenderco.com), besichtigt das Temecula Valley Museum (www.temeculavalleymuseum.org) oder den kuriosen, nicht nur für Kinder interessanten, Penniwinkle’s Workshop (www.pennypickles.org), wirft einen Blick in Galerien und Antique Stores an der Hauptstraße.

Speakeasy Crush & Brew

Wer hungrig oder durstig ist, der kann sich z. B. bei Crush & Brew (www.crushnbrew.com) an der Old Front Street, gut aufgehoben fühlen. Und abends geht’s in die verborgene Bar, ein altes „Speakeasy“ zwischen dem Bistro und seinem Schwesterlokal Espadin. Abgesehen von alten Reliquien überall, ist die Whiskey- und Cocktailauswahl umwerfend.

TIPPS
Infos: www.visittemeculavalley.com
Shopping:
Outlets at San Clemente, 101 West Avenida Vista Hermosa, San Clemente, www.outletsatsanclemente.com. Gut 50 Läden für geniale Schnäppchen, dazu Restaurants und Imbisslokale, mit traumhaftem Blick auf den nahen Pazifik.
Übernachten:
South Coast Winery Resort & Spa, 34843 Rancho California Rd., Temecula, Tel. 951-587-9463, www.southcoastwinery.com/accommodations. Villas, Suiten und Zimmer im Hauptgebäude, großteils mit Balkonen oder Terrassen, dazu gibt es ein Spa. Idyllisch umgeben von Weinbergen.
Carter Estate Winery & Resort, 34450 Rancho California Road, Temecula, Tel. 1-888-364-5709, www.carterestatewinery.com/accommodations. Kleines, feines Luxushotel mit Bungalows und Suiten, inkl. Frühstück und Wine Tasting!
Restaurant/Bar
Crush & Brew (www.crushnbrew.com), 28544 Old Town Front St. Eine große Auswahl an lokalen Bieren und Weinen, dazu schmackhafte Gerichte, im Hinterzimmer lädt danach das „Speakeasy“ mit einer umfassenden Bar zum „Absacker“ ein.
Abenteuer:
• Schöne Ballonfahrten über das Temecula Valley bietet u. a.
A Grape Escape Balloon Adventure, Tel. 951-699-9987, https://hotairtours.com/grape-escape

Text und Fotos © M. Brinke – P. Kränzle

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