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Dinosaurier, flammende Schluchten und Skipisten – Schätze im Nordosten Utahs

Ein Reisetipp im Westen der USA von den Autoren mehrerer USA-Bände, darunter „USA-Westen“ und „USA-Nordwesten“, Margit Brinke – Peter Kränzle, April 2018

Die Nordostecke von Utah ist, anders als der Süden mit den „Big Five“, den großen Nationalparks, ein wenig bekannter Teil des Bundesstaats. Dabei sind Dinosaur National Monument, Flaming Gorge und Heber Valley nicht weniger interessant – nur eben auf andere Weise.
Die Ortschaft Vernal – rund drei Autostunden von Salt Lake City, Utahs Hauptstadt entfernt, lässt keinen Zweifel zu: Überall aufgestellte (Plastik-)Dinosaurier sowie das rosa Maskottchen Dinah machen klar, worum es hier geht.

Dinosaurier und Fossilien

Das rund 25 km östlich der Ortschaft liegende Dinosaur National Monument (www.nps.gov/dino/index.htm) ist dabei ein Highlight, eine der weltweit ergiebigsten Fundregion für Dinosaurier-Knochen.

Neben diesen werden und wurden auch Fossilien in großer Zahl und Bandbreite in den ehemaligen Sedimentschichten urzeitlicher Flüsse gefunden. Besonders beeindruckend ist die Ausstellung in der vor einigen Jahren eröffneten neuen Quarry Exhibit Hall des NM, mit der „Wall of Bones“, einer rund 25 Meter langen Felswand, die überdacht wurde und eine Vielzahl an Knochen von verschiedenen Dinosauriern – Allosaurus, Apatosaurus, Camarasaurus, Diplodicus, Stegosaurus – in Fundlage zeigt.
Das Utah Fieldhouse of Natural History (https://stateparks.utah.gov/parks/utah-field-house), direkt im Städtchen Vernal gelegen, ergänzt das Gesehene dann sinnvoll. Hier gibt es anschauliche Dinosaurier-Rekonstruktionen, Ausstellungen zu verschiedenen Ausgrabungen in der Region, zu Geologie und Paläontologie. Es sind prähistorische Fossilien und andere Artifakte ausgestellt und man kann im Labor den Paläontologen bei der Arbeit zusehen.

Flaming Gorge – Schlucht in Flammen

Die Flaming Gorge (https://utah.com/flaming-gorge) liegt rund 100 km nördlich Vernal, auf rund 2.600 m Höhe. Hier hat sich der mächtige Green River tief in die Hochwüste eingegraben. Benannt wurde die für ihre je nach Lichteinfall unterschiedlich strahlende Schlucht von Major John Wesley Powell, der 1869 hierher kam und erstmals die roten Felsen sah. Selbst bei Schnee, wie auf dem Foto, wirkt die Schlucht noch beeindruckend.
Heute aufgestaut durch den Flaming Gorge Dam, ist eine eindrucksvolle Seenlandschaft entstanden, die als Anglerparadies und Freizeitoase hoch geschätzt wird. Der Damm staut das Wasser des Green River auf zum Stausee, der sich über 130 km nach Norden erstreckt.

Übernachtungen mit Ausblick

Die Red Canyon Lodge (www.redcanyonlodge.com) – Cabins umgeben von nichts als dem Wald des Ashley National Forest – bietet sich als Übernachtungsmöglichkeit an und könnte nicht idyllischer liegen. Alle verfügen über Patios mit Ausblick, für Fischer gibt einen kleinen See, man kann reiten, wandern, Schneeschuhe oder ein Boot ausleihen oder einfach nur den gigantischen Sternenhimmel bewundern. Alternativ gäbe es das Flaming Gorge Resort (www.flaminggorgeresort.com) mit zugehörigem Lokal und großem Laden, der vor allem auf Flyfishing spezialisiert ist.
Von einem Aussichtspunkt nahe der Lodge überblickt man die ganze Schlucht und kann sich vorstellen, wie groß das Outdoor-Angebot in der Flaming Gorge National Recreation Area ist: von Rafting und Kanufahren über Hiking, Biking und Reiten bis hin zu Fischen. Forellen, aber auch Lachse und andere Fische sind hier reichlich vorhanden und groß und zahlreiche Rekorde wurden schon gebrochen. Auch Wild, wie Dickhornschafe, Gabelböcke, Elche und Großohrhirsche und sogar Pumas, sind hier zu beobachten.

Wasatch Mountains  – Olympische Spiele 2002

Wiederum anders präsentiert sich das rund zwei Autostunden westlich von Vernal gelegene Heber Valley (www.gohebervalley.com).
Hier auf der Ostseite der bis zu 3500 Meter hohen Wasatch Mountains befand sich einer der Austragungsorte der Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City.
Die Langlaufstrecken sind noch heute bei Freizeitsportlern und Profis beliebt, ein populärer Spaß heute ist jedoch das Snow Tubing. Nach mehrfacher rasanter Abfahrt in einem Gummireifen schmeckt es anschließend im zur Anlage gehörigen Soldier Hollow Grill (www.soldierhollowgrill.com) besonders gut.

Mineralquellen im Homestead Crater

Zentrale Orte im Heber Valley sind Heber City und Midway – wo sich einst Auswanderer aus der Schweiz niederließen. In Midway läst es sich in den warmen Mineralquellen im Homestead Crater (Foto links)(https://homesteadresort.com/utah-resort-things-to-do/homestead-crater) gut entspannen. Es ist ein besonderes Erlebnis, sich in dem 32 °C warmen, sehr tiefen Wasser in dem knapp 20 m hohem, einem Bienenstock ähnlich geformten Kraters mit Öffnung oben, mit einer Schwimmweste versehen treiben zu lassen. Das nahe Zermatt Resort (https://zermattresort.com) – einem Schweizer Skiresort nachgebildet – bietet sich zum Übernachten an. Nach dem Abendessen im Wildfire Smokehouse Restaurant lohnt sich ein Besuch in den Midway Ice Castles, wie der Krater Teil des Homestead Resort (https://homesteadresort.com/). Diese von Künstlern gestaltete, begehbare Skulptur aus Eiskristallen ist besonders am Abend, erleuchtet und mit Spezialeffekten ausgestattet, ein besonderes Erlebnis.

TIPP
Die Vernal Brewing Company (www.vernalbrewingco.com) in Vernal ist nicht nur wegen der Biere – wie passenderweise einem Allosaurus Amber order einem Rigor Mortis Red – einen Besuch Wert, sondern auch wegen der schmackhaften Küche. Vor allem die Sandwiches sind hier grandios. Neben der „Destination Series“ mit den in Utah üblichen 4%-Fassbieren gibt es die „Adventure Series“ mit höherem Alkoholgehalt.

INFOS: www.visitutah.com/de

© Text: Dr. Margit Brinke – Dr. Peter Kränzle; Fotos: M. Brinke außer: Sommerlandschaft Flaming Gorge (©Utah Office of Tourism), Heber Valley, Homestead Crater, Ice Castles (Heber Valley CVB).

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