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Berlin / Ausflugstipp: Werder, Stadt des Obstes und des Weins – Toscana-Feeling am Rande Berlins

Die Landschaft ist lieblich und hügelig, über die Weinreben schweift der Blick zur Havel, alles wirkt harmonisch und natürlich zusammengefügt: Der weitgespannte Himmel, das frische Grün des Weinberges, das blaue Band des Flusses. Ach, hier möchte man verweilen. Das kleine verträumte Werder liegt pittoresk am Wasser, auf einer Havelinsel. Die Altstadt mit der Heilig-Geist-Kirche und der von weitem sichtbaren Bockwindmühle lädt einfach zum herumschlendern ein.

Werder – verträumtes Städtchen auf einer Havelinsel

P1090838Eine alte Stadt am Wasser, das ist Werder, seit 1459 mit Stadtrecht bedacht. Die Zisterzienser-Mönche von Lehnin (etwa 40 km südwestlich gelegen) kultivierten hier bereits im Mittelalter Wein, später kamen der bekannte Obstanbau hinzu. Wie in einem Garten Eden wachsen hier Äpfel, Birnen, Kirschen. Auch wenn nach der Wende die Anbauflächen zurückgegangen sind, blüht es hier bereits früh im Jahr – dank der geschützten Lage und der ausgeglichenen Temperaturen durch die umliegenden Gewässer.

Ausflug mit Weinprobe am Rand von Berlin

P1090822Am Werderaner Wachtelberg schaut man über beachtliche Weinpflanzungen im hügligen Gelände. Die Weiß-, Rosé- und Rotweine kann man probieren, sie sind meistens sehr trocken ausgebaut. Als Rebsorten stehen Müller-Thurgau, Sauvignon Blanc, Saphira (dem Riesling ähnlich), Kernling, Dornfelder und Regent – die hier wichtigste Rotweintraube. Alle gedeihen auf märkischem Sand erstaunlich gut. Das Gebiet gehört zur Anbauregion Saale-Unstrut und umfasst zwei Weinberge mit etwa 8 ha Fläche. Es ist Balsam für die Seele, in der „Weintiene“ zu Käse und Brot die Weine zu probieren und den Blick in die Weite schweifen zu lassen.

Tipp: 2 km südwestlich von Werder liegt in Glindow das Ziegeleimuseum. Vor mehr als 130 Jahren gab es hier noch etwa 50 Brennöfen, in denen aus Ton die Ziegeln gebrannt wurden. Viele Bauten in Berlin bestehen aus Ziegeln aus Glindow! Im denkmalgeschützten Ziegeleiturm aus dem Jahr 1890, ein Beispiel für Ziegelbaukunst, ist das Museum untergebracht.

P1090849In der Altstadt – über eine Brücke zu erreichen – kann man wunderbar schlendern. Es gibt eine Reihe von Restaurants, viele kleine Geschäfte und eine wunderschöne Uferpromenade, wo Schiffe aus Potsdam anlegen. Sehenswert ist die 1856-1858 erbaute neugotische Heilig-Geist-Kirche P1090860mit Hauptturm und 4 seitlichen Türmchen. Unweit davon liegt die Bockwindmühle, deren Vorgängerin 1973 abgebrannt ist. Aber das jetzige Exemplar schaffte man aus dem 100 km entfernten Klossa heran – ein würdiger Ersatz. Im ehemaligen Stadtgefängnis ist das Obstbaumuseum untergebracht, eine sehr liebevolle Einrichtung, die Obstanbau, Fischerei und Weinanbau dokumentiert.

P1090864INFOS:
Wein: Werderaner Wachtelberg, Wachtelwinkel 30, 14542 Werder (Havel), Weinbau Dr. Lindicke, www.wachtelberg.de
Restaurants zum Einkehren:
Kuddeldaddeldu direkt am Havelufer recht von der Schiffsanlegestelle,  www.kuddeldaddeldu-werder.de. Eine wirklich sehenswerte kleine Gaststätte mit viel musealen Stücken, gemütlich.
Ristorante & Pizzeria, Unter den Linden 18, täglich 12-24 Uhr, Tel. 03327/ 740600. Gute preiswerte Pizzen und andere Gerichte, familienfreundlich, traditionelle italienische Küche, Reservierung empfohlen
P1090814Obstbaumuseum, Kirchstrasse 6, geöffnet April – Oktober, Mo. Di 11-17 Uhr, Mi geschlossen, Do und Fr 11-17 Uhr, Sa und So 13-17 Uhr. Hier erfährt man fast alles zum Thema Landwirtschaft in und um Werder.
Ziegeleimuseum Glindow, www. ziegeleimuseum-glindow.de, Alpenstraße 47, 14542 Glindow, Tel.: 03327/669395, geöffnet Mi, Sa, So und Feiertag, 10-16 Uhr
Feste: Ende April/Anfang Mai gibt es das Baumblütenfest. Info unter www.baumbluetenfest.de 

© Michael Iwanowski, Verleger und Autor im Iwanowski’s Reisebuchverlag

Der Iwanowski´s Reiseführer 101 Berlin, auch als ebook, enthält viele aktuelle Reiseinfos und empfehlenswerte Restaurants für einen individuellen und genussvollen Aufenthalt in Berlin.

 

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