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USA-Westen: What’s new in L.A? Aktuelles zur Kulturszene in Los Angeles

NEWS zur Kulturszenen in Los Angeles zusammengestellt von den Autoren des Bandes „USA-Nordwesten“ sowie des Bandes „USA-Westen“, Margit Brinke – Peter Kränzle, Mai 2014

Watts Tower

1-LA-WattsTowerDer Watts Tower ist nicht nur das ungewöhnliche Werk des Hobbykünstlers Simon Rodia, sondern fast wichtiger ist das zugehörige Watts Towers Arts Center, ein Kunst- und Gemeindekomplex mit der Noah Purifoy Gallery und dem Charles Mingus Youth Arts Center. Im Inneren der eher bescheiden wirkenden Flachbauten finden Ausstellungen zeitgenössischer lokaler Künstler und Workshops, Kurse, Lesungen und Konzerte statt; dazu gibt es ein „artist in residence“-Programm. Nachbarschaftshilfe wird hier groß2geschrieben und hat schon viel bewirkt. Das Arts Center entstand durch eine 1965 ins Leben gerufene Bürgerinitiative, die sich zunächst den Erhalt der Türme von Rodia auf die Fahnen geschrieben hatte. Heute wird ein breit gefächertes Programm angeboten, das zum einen lokale (afroamerikanische) Künstler fördert, zum anderen Nachbarschaftshilfe in Watts leistet.
www.wattstowers.org

National History Museum

3-LA-HistoryMusLAKürzlich eröffnet wurde eine sehenswerte neue Abteilung mit dem Titel „Becoming LA“. Dabei geht es in sechs Abschnitten um die Entstehung der Stadt Los Angeles, von der Zeit der Spanier, der Mexican Rancho Era und als Teil Amerikas bis hin zur neu entstehenden Stadt im späten 19. und frühen 20. Jh., um die Zeit der Great Depression und den 2. Weltkrieg. Die Moderne und Hollywood mit seiner Filmindustrie  kommen in der Ausstellung eher knapp weg, dafür sind die historischen Informationen umfangreich und hochinteressant.
www.nhm.org/site/explore-exhibits/permanent-exhibits/becoming-los-angeles

California Science Center

4-LA-ScienceCt-EndeavourDer absolute Publikumsrenner im California Science Center ist die (derzeit noch provisorische) Ausstellung zum Raumschiff Endeavour. Bis 2018 soll ein eigener Hangar für das Space Shuttle entstehen und in diesem soll die Endeavour dann auch „richtig“,  nämlich senkrecht, wie am Startplatz, aufgestellt werden. Dazu kommen soll außerdem eine neu gestaltete Space & Air-Abteilung. Im Samuel Oschin Pavilion ist nicht nur die Endeavour, die 25 Raum-Missionen hinter sich gebracht hat, zu sehen, sondern auch der Film „Mission 26: The Big Endeavour“ – eine Schilderung des Transports des Raumschiffes über 12 Meilen bzw. 68 Stunden vom Flughafen zum California Science Center. Außerdem gibt es das „SPACEHAB“, ein Trainingsfahrzeug für Astronauten und SSME, der modernste Raumschiff-Motor der Welt.
www.californiasciencecenter.org/Exhibits/AirAndSpace/endeavour/endeavour.php

The Broad

5-LA-BroadMusDas Broad Museum nimmt Gestalt an, obwohl es erst 2015 eröffnen wird. Bei freiem Eintritt werden dann rund 250 zeitgenössische Kunstwerke aus der umfangreichen Sammlung von Eli und Edythe Broad (insgesamt ca. 2000 Kunstwerke), Nachkriegskunst und Zeitgenössisches, an der Grand Avenue in Downtown Los Angeles zu sehen sein. Diller Scofidio + Renfro plante das $ 140 Mio. teure Gebäude. An das Museum grenzt im Süden eine neue mit alten Olivenbäumen begrünte Plaza an, auf deren Schmalseite ein Restaurant. Das Besondere am Museumskonzept ist, dass öffentlich zugängliche Ausstellungsflächen gekonnt mit Archiv- und Lagerräumen verbunden werden, die für Besucher einsehbar sind. Ungewöhnlich ist auch die Fassade, eine Art Schleiergespinst, das Tageslicht eindringen lässt. Schräg gegenüber der Baustelle entsteht gerade an der Kreuzung mit der 2nd Street vom Reißbrett von Frank Gehry (wie die Disney Concert Hall direkt gegenüber) ein neuer Shopping-Hotel-Komplex, der zusammen mit Broad, MoCA, Colburn School und Concert Hall einen spannendes Kunstareal mitten in Downtown LA bilden soll.
www.thebroad.org

Wende Museum & Archive of Cold War

6-LA-WendeMus-BerlinWallZugegeben, es ist kein Museum für Jedermann/frau, aber sicher ist, es ist ungewöhnlich, und niemand würde eine solche Sammlung in Los Angeles erwarten. Es handelt sich um die Privatsammlung von Justin Jampol, um Stücke, die mit Wende und Kaltem Krieg, mit Ostdeutschland und Russland, Propaganda und Staatskunst zu tun haben. Gerade rechtzeitig zu 25 Jahren Mauerfall, wird am 8.11.2014 in der ehemaligen National Guard Armory (10808 Culver Blvd., Culver City), einem schlichten Bau von 1949, das Museum neu eröffnen, das sich der Zeit zwischen 1949 und 1989 widmet. Honeckers Archiv, Teile von Checkpoint Charlie und von der Berliner Mauer, Sammlungen von Propaganda-Tellern, von Filmen und Dias, Uniformen und Flaggen, Magazinen und Zeitungen und vielem Anderen waren bisher in erster Linie Forschenden und Studenten in den umfangreichen Archiven zugänglich. Ziel Jampols ist vor allem, Diskussionen anzuregen, ein „demokratisches“ Museum zu schaffen, einen Ort der (künstlerischen) Kommunikation.
www.wendemuseum.org

The Autry

7-LA-AutryMus„The Autry“ hat neuerdings auch an Wochenenden ab 10 Uhr geöffnet. Neu ist auch das Crossroads West Cafe, in dem auch kleinere Veranstaltungen wie einmal monatlich ein „Cowboy Lunch“, mit einer Hollywood-Legende, stattfinden. Ein großes Event ist hingegen der American Indian Arts Marketplace am 8./9. November. Sehenswert vom 8. Juni bis Anfang Januar 2015 wird die Ausstellung „Route 66: The Road and the Romance“ sein. Sie beschäftigt sich mit der „Mother Road“ mit über 200 Artifakten, von Benzinzapfsäulen über Steinbecks handgeschriebenes Manuskript von „Früchte des Zorns“ und Kerouacs „On the Road“ bis hin zu Fotos von Dorothea Lange und Musik von Woody Guthry.
http://theautry.org

Old Pasadena

8-LA-Pasad-AsianArtMusOld Pasadena ist immer einen Abstecher wert, besonders aber sonntags, wenn der Farmers Market (Holly St./Fair Oaks Ave., 9-14 Uhr) stattfindet. Abgesehen von Verkaufsständen gibt es Imbissstände und es spielen Livebands. Am 55 E Colorado Blvd. befindet sich zudem eine Filiale der Café-Kultkette Intelligentsia. In nächster Nähe dazu empfiehlt sich ein Blick in das kleine USC Pacific Asia Museum (46 N. Los Robles Ave., www.pacificasiamuseum.org), vor allem für Fans asiatischer Kunst. Hervorgegangen aus der Privatsammlung und untergebracht im Haus von Grace Nicholson, besticht nicht nur die Sammlung (v.a. chinesische, buddhistische, japanische Kunst), sondern ist der zugehörige Innenhof eine Oase der Ruhe. Gleich um die Ecke gibt es mehr Kunst im Pasadena Museum of California Art (PMCA, 490 E Union St., www.pmcaonline.org) zu sehen. Hier werden sehenswerte Wechselausstellungen zu kalifornischer Kunst von 1850 bis heute, gezeigt. Sehenswert ist allein schon die Parkgarage mit Graffiti.

LACMA

9-LA-LACMALACMA ist riesig, gilt als „Met of the West Coast“ und verzeichnet über eine Million Besucher im Jahr. Es besteht aus neun Gebäuden bzw. Gebäudeteilen, und wer alles sehen möchte, muss viel Zeit einplanen. In den neuen, modernen Bauten von Renzo Piano im Westen (BCAM und Resnick Pavilion) finden vor allem Wechselausstellungen statt, mehrere zur selben Zeit. Zu den Highlights hier gehört Metropolis II von Chris Burden (auch der Schöpfer von „Urban Light“ im Eingangsbereich), wo mehrmals am Tag Hunderte von Spielzeugautos durch eine Fantasiestadt geschickt werden – die ideale Verkörperung von LA! Die älteren Gebäude im Osten, die europäische, amerikanische und asiatische Kunst beherbergen, sollen in den nächsten Jahren umgestaltet und überschaubarer und attraktiver gemacht werden: Peter Zumthor wurde beauftragt, bis 2023 einen komplett neuen Museumskomplex zu erstellen. LACMA West – ursprünglich als Erweiterung des Museums geplant – wurde hingegen an die Academy of Motion Picture Arts & Sciences (Oscars) vermietet und diese Organisation möchte bis 2017 ein sensationelles Motion Picture Museum einrichten.
www.lacma.org, veränderte Öffnungszeiten: Mo./Di. und Do. 11-17, Fr. 11-20, Sa./So. 10-19 Uhr.

Informationsquellen: Kulturleben
Abgesehen vom „Cultural Guide L.A.“, einem gratis ausliegenden Magazin, können News zur Kulturszene der Stadt auch unter www.culturela.org abgerufen werden. Zur Theaterszene informiert darüber hinaus www.stagetimelosangeles.com. Eine neue App zum Nahverkehr – „Go Metro Los Angeles“ – kann unter https://itunes.apple.com/de/app/go-metro-los-angeles-version-2/id523025208?mt=8 heruntergeladen werden.

© Text und Fotos: M. Brinke – P. Kränzle

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