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Ausflug nach „Foodie Town“ – Ein kulinarischer Streifzug durch Portland

Ein kulinarischer Streifzug durch Portland/Oregon mit den Autoren mehrerer Iwanowski’s USA-Bände, darunter „USA-Westen“ und „USA-Nordwesten“, Margit Brinke – Peter Kränzle, Juli 2018

Portland ist ein kulinarisches Paradies. Es sind jedoch nicht nur Bier und Food Carts – Ansammlungen von Imbisswagen –, nicht allein Food Halls (wie Portland Food Hall oder Pine Street Market) oder Bauernmärkte (www.portlandfarmersmarket.org), die der Stadt zum Beinamen „Foodie Town“ verholfen haben, sondern es sind vor allem die kleinen, kreativen Produzenten und die diversen lokal hergestellten Lebensmittel aller Art. Um die enorme Vielfalt kennenzulernen, bieten sich die ausgezeichneten Touren von „The Big Foody“ an, vor allem weil sie in kurzer Zeit zu einem guten Überblick über die kulinarische Szene verhelfen.

Das Unternehmen wurde 2009 in Auckland, Neuseeland, ins Leben gerufen, mit dem Ziel, eine Destination aus dem Blickwinkel eines Einheimischen vorzustellen und mit den allen Sinnen zu erkunden. 2016 folgte „The Big Foody PDX“, initiiert von Laura Morgan, passenderweise in Portland/Oregon, einer faszinierenden, dynamischen „Foodie Town“. Die kulinarischen Spaziergänge, die Laura anbietet, heißen „The Portland Makers Walking Food Tour“, dauern rund drei Stunden und finden in kleinen Gruppen statt. Angesteuert werden die „versteckten“ Perlen der Stadt, Kleinproduzenten, Brauer, Brenner, Kaffeeröster und Chocolatiers, Feinkostproduzenten und viele andere kulinarische Abenteurer. Teilnehmer der Führung erhalten reichlich Gelegenheit zum Probieren der Produkte, vor allem aber lernen sie die Produzenten, die Mentalität der Einheimischen und die unglaubliche Kreativität der Stadt kennen.

Kulinarische Höhenflüge im früheren Industrieviertel

Portlands Central Eastside Industrial District ist ein vormaliges Industriegebiet mit großen Lager- und Produktionsgebäuden am Ostufer des Willamette River, gegenüber Downtown gelegen.

Man kann sich kaum vorstellen, dass sich hinter den Fassaden dieser eher zweckmäßigen Industriearchitektur, in Hallen und Fabrikgebäuden, zahlreiche Firmen verstecken und hochklassige Chefköche und andere „Macher“ zu finden sind.
Laura selbst leitet die Tour und führt die Gruppe von Ort zu Ort, von Produzent zu Produzent, nicht ohne nebenbei kenntnisreich in die „kulinarischen Geheimnisse“ der Stadt einzuführen. Erster Stopp und Treffpunkt: Steven Smith Teamaker (Foto links), eine Firma, die auf hochklassige Tees und eigene Teemischungen spezialisiert ist. Das kleine Tee-Lokal mit Laden gewährt zugleich Blick in die Produktionsstätte. Neu sind kalte Teegetränke, teils mit Nitro (Stickstoff) versetzt vom Zapfhahn oder abgefüllt in Flaschen, z. B. – erfrischend im Sommer! – Sparkling Strawberry Honeybush, Nitro Chai oder Texas Yaupon, ein ganz besonderer Kräutertee.
Olympia Provisions (www.olympiaprovisions.com), schräg gegenüber, hat griechische Wurzeln, eröffnete 2009 als Salumeria, und ist heute bekannt für hausgemachte Delikatessen: Feinkost wie Salami, Schinken, Rilettes, Sauer-Eingelegtes, Chutneys, Senf u. Ä. Die Produkte gibt es auch auf Märkten und in etlichen Restaurants zu probieren oder zu kaufen. Im Lokal „Olympia Provisions Southeast“ bekommen die Tour-Teilnehmer unter einem großen „MEAT“-Schild delikate Leckerbissen zum „Kennenlernen“ serviert.

Jacobsen Sea Salt (https://jacobsensalt.com), ebenfalls in einer riesigen Lagerhalle untergebracht, ist seit 2011 berühmt für handverlesenes Salz aus der Netarts Bay (Oregon Coast), aber auch für Salz aus aller Welt. Es gibt Salz in unterschiedlichen Vermahlgraden oder versetzt mit Gewürzen, Früchten oder Kräutern, z. B. mit Chili, Trüffel, Kaffee, Pinot Noir oder Rosmarin.
Bee Local
ist seit 2015 unter demselben Dach zu finden. Hier wird schonend gewonnener Honig aus dem pazifischen Nordwesten, teils in Fässern gereift und sortenrein abgefüllt, angeboten; dazu stehen verschiedene andere Bienenprodukte im Regal.

Alma Chocolate (www.almachocolate.com): Allein der Geruch beim Betreten des Schokoladenladens ist umwerfend. Alles begann mit Osterhasen, die die Besitzerin Sarah Hart verbessern wollte. Seit 2006 wird nun Rohschokolade zu verschiedensten Pralinen und Tafelschokoladen, zu Toffee, Karamell, Bonbons oder eben zu Figuren wie Osterhasen verarbeitet, dazu gibt es Trinkschokolade – Alles aus biologisch produzierten Zutaten und in feinsten Kombinationen.

Die New Deal Distillery (www.newdealdistillery.com) arbeitet unter dem Motto „Oregon grown, Portland made“. Hergestellt werden vor allem Wodkas, Liköre, Bourbon Whiskey und Gin. Alles in kleinen Mengen. Seit 2004 hat sich Besitzer und Chefdestiller Tom Burkleaux einen Namen gemacht und etliche Auszeichnungen eingeheimst. An der Bar im Laden, der zugleich in die Produktionsstätte übergeht, gibt es nicht nur „Pures“, sondern auch interessante Cocktails.

Coava Coffee Roaster (https://coavacoffee.com) ist einer der Pioniere in Portlands spektakulärer Kaffeeszene. Coavas Anfänge liegen in Matt Higgins Garage, 2008. Wert wird vor allem auf Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit und faire Produktionsbedingungen gelegt – und auf hohe Qualität. Bis dato wenig bekannte Regionen wird bevorzugt Beachtung geschenkt. Bei Coava kommt man zudem auf der Tour in den seltenen Genuss einer interessanten Kaffeeblindverkostung.

Im gleichen Viertel, der Central Eastside, ebenfalls in einem alten Lagerhaus, findet mehrmals im Jahr freitags und samstags der Portland Night Market (www.pdxnm.com) statt, bei dem es neben Kunst und Kunsthandwerk, Kleidung und Wohnaccessoires auch zahlreiche Spezialitätenverkäufer und Imbissstände gibt.

INFOS:
www.thebigfoody.com, angeboten werden z.B. auch „Culinary Escapes“ in Oregon
• www.travelportland.com bzw. www.travelportland.com/lang/deutsch

© Text: Dr. M. Brinke – Dr. P. Kränzle, Fotos: alle M. Brinke.

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