G’DAY FROM DOWN UNDER
In loser Folge werden wir von unserer jüngsten fünfwöchigen Reise durch Australien berichten. Zunächst soll es um Highlights und besondere Museen in den drei großen Städten Sydney, Melbourne und Perth gehen, später dann auch um andere Ziele und Regionen, Sehenswürdigkeiten und Attraktionen. Ausführliche Berichte finden sich auf unserem Reiseblog https://travelingtramps.blogspot.com.
GESCHICHTE, FISH & CHIPS IN SYDNEY
AUSTRALIAN NATIONAL MARITIME MUSEUM
Darling Harbour ist Sydneys zweiter Hafen neben dem berühmteren Circular Quai mit dem Sydney Opera House und der Sydney Harbour Bridge sowie dem Hafen für Kreuzfahrtschiffe und Fähren. Die Skyline am Darling Harbour ist dafür beeindruckender, moderner und vor allem aber lohnt hier der Besuch des Australian National Maritime Museums.
Dieses ist kein klassisches Museum mit Ausstellungen, Besucher können zusätzlich eine Reihe von Schiffen, ein U-Boot und einen Leuchtturm besuchen. Am interessantesten ist die exakte Replik des Segelschiffes „HMB Endeavour“, mit dem James Cook zwischen 1768 und 1771 den Pazifik erkundete. Die Rekonstruktion entstand zwischen 1988 und 1993 und entspricht exakt dem Segler, mit dem Cook und seine Crew, darunter der Botaniker Joseph Banks, ihre legendäre Weltreise unternahmen und dabei 1770 auch Australiens Ostküste erkundeten. Das nachgebaute Schiff ist übrigens voll seetüchtig und geht zu besonderen Anlässen auch auf Fahrt.
Banks war nicht nur Geldgeber – die Hälfte der Kosten der Expedition trug er –, als Naturforscher und Botaniker war er damit beschäftigt, die Flora und Fauna, auf die er bei Landgängen stieß, zu sammeln, zu analysieren und zu dokumentieren. Seine Aufzeichnungen und einige Objekte sind in der komfortablen Great Cabin von Cook ausgestellt. Auf dem Schiff geht es außerdem um das Leben der Seeleute zur damaligen Zeit, um die Seefahrt generell, die Ausstattung, Bauweise und Seetüchtigkeit des Bootes.
Die nebenan liegende „HMAS Onslow“ ist ein U-Boot, das bis 1999 bei der Royal Australian Navy in Diensten stand. Es weist einige Besonderheiten, wie eine Tauchkammer und Schalldämpfung, auf. Abgesehen von den Openair-Objekten gibt es permanente und wechselnde Ausstellungen zu vielerlei maritimen Themen, u.a. zur Unterwasserarchäologie, zu den First Nations, Fischerei, Umweltschutzaspekten, zu Schiffen, die Neusiedler brachten u.v.a. – absolut sehenswert!
Infos: www.sea.museum/en/home
AUSTRALIA’S HOME OF SEAFOOD
Wer den neuen Sydney Fish Market betritt, ist erst einmal überwältigt von der unglaublichen Vielfalt an Fisch und Meeresfrüchten, Austern, Muscheln, Hummer … Aber auch Fish & Chips, Sashimi und Sushi, Fischsuppe oder Lachs sehen verlockend aus zum Sofortverzehr.
Für knapp 500 Mio. erbaut, eröffnete dieser Markt im Januar 2026 in der Blackwattle Bay im Stadtteil Glebe, gegenüber dem alten Marktgelände. Er gilt als größter derartiger Markt in der südlichen Hemisphäre und drittgrößter weltweit. Über 40 Händler und Restaurants sind unter einem mit Solarzellen versehenen gewellten Dach vereint. Das flache moderne Gebäude ist perfekt an die Umgebung und an die Waterfront angepasst, um die eine Promenade mit Blick auf die Bucht führt. Im Freien vorgelagert ist eine tribünenartige Konstruktion zum Sitzen, z.B. um an Samstagen den Gratiskonzerten zuzuhören.
Es handelt sich gleichzeitig um einen Großhandelsmarkt (mit täglicher Auktionen), eine Food Destination – Metzger, Getränkeladen, Bäckerei, Souvenirshop und Frucht-Gemüse-Verkauf gehören ebenfalls dazu – und es werden Touren, Kochkurse und Vorführungen angeboten.
Zum Sydney Fish Market gehört eine Fischereiflotte, die zumeist von Italienern (ursprünglich als Immigranten nach Sydney gekommen) betrieben wird. Insgesamt versorgen Fischer aus 300 Gemeinden in Australien den Sydney Fisch Marktet mit frischer Ware.
Wer sich dafür interessiert, welche Vielfalt hier zu finden ist, sollte sich folgende Website ansehen: www.sydneyfishmarket.com.au/species
KULTUR & SPORT IN MELBOURNE
MELBOURNE MUSEUM
Das Melbourne Museum ist ein vielseitiges Museum und gehört zum 1854 gegründeten Zusammenschluss „Museums Victoria“. Es befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Royal Exhibition Building, einem grandiosen Ausstellungsbau von 1879/80, der auf der UNESCO-Welterbeliste steht. Das moderne Melbourne Museum eröffnete im Jahr 2000, 2013 kam sehenswerte „First Peoples Exhibition“ im Bunjilaka Aboriginal Cultural Centre dazu.
Das Museum ist bekannt für spektakuläre Sonderausstellungen wie über die Titanic oder Pompeii, zeigt in seinen Hallen jedoch auch permanent ein breites Spektrum an Ausstellungen, z.B. ist da die „Forest Gallery“ zu Flora und Fauna der Region, der „Dinosaur Walk“ oder „Our Wonderous Planet“. Die Melbourne Gallery dagegen informiert über die Stadtgeschichte.
Als Besucher erfährt man besonders im Bunjilaka Aboriginal Cultural Centre viel über die First People (Eastern Kulin Nations) in Victoria, über ihre Geschichte und Kultur. Die Vermittlung erfolgt mit Objekten, Storytelling, Kunst, Film und Audio.
Teil der Museums Victoria ist auch das Immigration Museum, das nahe der historischen Flinders Railway Station mitten in der Innenstadt liegt. Es befasst sich mit den verschiedenen Einwanderergruppen und -wellen in Australien und ist im historischen Zollgebäude von Melbourne, einem klassizistischen Gebäude aus dem Jahr 1876, das nach dem Goldrausch erbaut worden war, untergebracht.
Infos: https://museumsvictoria.com.au/melbournemuseum
https://museumsvictoria.com.au/immigrationmuseum
MELBOURNE CRICKET GROUND (MCG)
Cricket ist bekanntlich eine typisch britische, etwas elitäre Sportart, die jedoch im gesamten Commonwealth verbreitet und beliebt ist. Stellt man sich den Melbourne Cricket Ground jedoch als ehrwürdiges, historisches Clubhaus vor, liegt man falsch. Es handelt sich vielmehr um eine riesige moderne Sportarena, vergleichbar mit dem Wembley oder dem Yankee Stadium.
Zudem wird hier nicht nur nur Cricket gespielt, sondern auch andere Sportarten – besonders Australian Rules Football – sind hier zuhause und sogar Großevents finden statt. So wird im kommenden Herbst erstmals ein American Footballspiel – die Los Angeles Rams und San Francisco 49ers werden sich gegenüberstehen – in Australien ausgetragen. Der Weg zum MCG führt übrigens vorbei am Melbourne Tennis Center mit der berühmten Rod Lever Arena, wo jedes Jahr das Australian Open Tennisturnier stattfindet.
Die Wurzeln des MCG reichen zurück ins Jahr 1853. Damals zog der 1838, also nur drei Jahre nach Stadtgründung, ins Leben gerufene Melbourne Cricket Club an den heutigen Ort und nach und nach wurde das Stadion vergrößert und modernisiert. Viele internationale Cricket-Spiele fanden und finden hier statt, daneben Fußball, Rugby, Konzerte, Papstmessen, die Olympischen Spiele 1956 oder die Commonwealth Games 2006 – und natürlich „Footy“, der speziell in Melbourne heißgeliebte Australian Rules Football. Der Besucherrekord liegt bei 1,153 Mio. Zuschauern an den 15 Tagen während der Olympischen Spiele 1956, das Fassungsvermögen beträgt heute rund 100.000 Fans.
Abgesehen von den sehr guten Stadiontouren, die auch die altehrwürdigen „Clubräume“ zeigen, lohnt das sich befindliche Australian Sports Museum mit vielerlei interaktiven Ausstellungen, Filmen, Audioaufnahmen. Es beschäftigt sich nicht nur mit den „Nationalsportarten“ Cricket und Footy, sondern auch mit bedeutenden australischen Sportlern allgemein, mit Pferderennen (sehr beliebt in Australien!), Tennis und den Olympischen Spielen. Es gibt eine Sport Australia Hall of Fame und das MCC (Melbourne Cricket Club) Museum mit Bibliothek und Archiven zur abwechslungsreichen, illustren Geschichte des Clubs. Alles in allem: ein Muss für Sportfans!
Infos: www.mcg.org.au
FOKUS WESTERN AUSTRALIA – PERTH
Kings Park & Western Australian Botanic Garden
Der Kings Park liegt quasi mitten in Perth, der Hauptstadt von Western Australia (WA) und wird von der beeindruckenden Wolkenkratzer-Kulisse der modernen City eingerahmt. Es handelt sich um einen der größten Stadtparks der Welt, gut 4 km² groß und damit größer als der Central Park und in etwa gleich groß wie der Golden Gate Park in San Francisco.
Herausragender Teil des vielseitigen Parks mit Trails, Sport- und Spielflächen, Denkmälern, Park- und Buschland ist der Western Australian Botanic Garden, berühmt für seine Sammlung an endemischen westaustralischen Pflanzen, über 3.000 Arten, viele davon gefährdet und hier in geschütztem Ambiente wiederangesiedelt.
Western Australia (WA) ist berühmt für die Vielfalt an Stauden, Bäumen, Sträuchern und Wildblumen, die nur hier wachsen, aber auch für eine bunte Vogelwelt. Besonders vielfältige Arten, die auch im Garten zu finden sind, zu denen Akaziena, Proteacea, Grevillea und Banksia gehören, dazu die vielen Eucalyptus-Arten – z.B. Marri, Jarrah, Karri, Silver Princess. In bestimmten Arealen finden sich Pflanzen bestimmter Regionen in WA (Wheatbelt, Coastal, Sterling Range), man findet Pfefferminzbäume und Sandelholz, Saltbush und Soapbush u.v.a..
Da alles für Europäer relativ fremd ist, hilft es, sich einer der äußerst informativen Führungen anzuschließen, die täglich zweimal gratis angeboten werden. Zugehörig zum Park ist der Aspects of Kings Park Gallery Shop mit schönem Kunsthandwerk (Töpfer- und Glaswaren sowie Holzartikel und gartenbezogene Accessoires) und es gibt mehrere Cafés und Kiosks zur Verpflegung.
Infos: www.bgpa.wa.gov.au/kings-park
www.bgpa.wa.gov.au/western-australian-botanic-garden
WA MUSEUM BOOLA BARDIP
Das WA Museum Boola Bardip ist ein mehrteiliger Baukomplex im Stadtzentrum von Perth, direkt hinter dem Hauptbahnhof. Die Ausstellungen sind sehr vielseitig, mit Fokus auf die Kultur, Geschichte und Lebensweise der Aboriginal Peoples, auf deren Heimatland, „Nyoongar“, das Museum errichtet wurde.
Ein Highlight, speziell für Kinder, ist Otto, ein 24 m langes Blauwal-Skelett, und ungewöhnlich ist die originalgroße Replik des Parthenonfrieses von der Athener Akropolis. In Abteilungen wie „Being Western Australian“ geht es um Immigration und Ethnien, „Discovering Western Australia“ zeigt die Vielseitigkeit des Staates, die Rio Tinto Gallery befasst sich mit Innovationen, es geht um den Wandel der Landschaften, Geografie und Geologie, um Wildlife und um typisch Australisches, wie Footy, sowie und die Einordnung des Kontinents in der Welt.
Besonders sehenswert ist jedoch die Galerie mit dem langen Namen Ngalang Koort Boodja Wirn. Hier stehen die Aboriginal Peoples von WA im Mittelpunkt, ihre Gründungsmythen, ihre Resilienz, ihre Kulturen, Gebräuche, Werte und Geschichte sowie ihre Errungenschaften in bestimmten Lebensbereichen. Es geht um große Persönlichkeiten – Künstler, Sportler, Aktivisten –, um Menschenrechte und den Kampf um Gleichberechtigung. Dieses Museum ist ideal, um auf unterhaltsame, abwechslungsreiche Weise die First Nations in WA besser kennenzulernen.
Infos: https://visit.museum.wa.gov.au
Text: ©Drs. Margit Brinke – Peter Kränzle, http://travelingtramps.blogspot.com
Fotos: ©MB









































