TENNESSEE: Neue Stationen am U.S. Civil Rights Trail
Mit dem Jefferson Street Sound Museum und dem Museum of Christian & Gospel Music in Nashville wurden zwei Einrichtungen offiziell in den U.S. Civil Rights Trail aufgenommen. Damit steigt die Zahl der Stationen in Tennessee auf insgesamt 17.
Im Jefferson Street Sound Museum geht es um Musik, Kultur und Bürgerrechtsbewegung. Etwa von den 1940ern bis in die frühen 1960er erlebte das Viertel “Goldene Zeiten”, hier war man unterwegs um zu Sehen und Gesehen zu werden. Läden, Restaurants und notwendige Einrichtungen wie Apotheken, Schönheitssalon, Bestattungsinstitut, Reinigung oder Kirchen waren hier zu finden. Die Jefferson Street entwickelte sich jedoch auch zum Zentrum afroamerikanischer Musik und einflussreiche Künstler traten hier auf. Im nahen Silver Streak Ballroom gaben sich Größen wie Duke Ellington, Count Basie oder Ella Fitzgerald die Ehre, im feinen Brown’s Hotel übernachteten Spieler der Negro Baseball League oder Künstler wie Little Richard, Nat King Cole, Duke Ellington oder Ella Fitzgerald. Teils spielten letztere auch im berühmten Blue Room des Clubs Del Marocco. Die Jefferson Street war der Ort, an dem Nashville zur R&B-Größe wurde und v.a. diesem Aspekt widmet sich das neue kleine Museum mit Memorabilia, Fotos u.a. Ausstellungsstücken.
- Mehr als nur ein Musikmuseum: das Jefferson Street Sound Museum ©JSSMus
- Besuch im Jefferson Street Sound Museum©JSSMus
Um bei der Musik zu bleiben: Im Museum of Christian & Gospel Music geht es um die Rolle der Gospelmusik während der Bürgerrechtsbewegung. Die Musik diente als Quelle von Hoffnung, Zusammenhalt und Inspiration und prägte maßgeblich die Bewegung sowie nachfolgende Generationen.
Ebenfalls am Trail liegen u.a. das National Museum of African American Music sowie der Civil Rights Room der Nashville Public Library. Dazu gehören das National Civil Rights Museum im Lorraine Motel in Memphis und das Green McAdoo Cultural Center in Clinton. Das National Civil Rights Museum hat seit Mitte Mai ein neues “Legacy Experience” mit fünf immersiven Galerien zu bieten.
> INFOS: https://civilrightstrail.com/state/tennessee
SALT LAKE CITY/UTAH: Tempel zu besichtigen!
Der Salt Lake Temple in Salt Lake City, Utah, 1847 von Mormonen gegründet, wird 2027 erstmals wieder für Besucher geöffnet sein! Mehr als 130 Jahre ist es her – es war am 5. April 1893 –, dass der Salt Lake Temple der Church of Jesus Christ of Latter-day Saint zuletzt für die Öffentlichkeit zugänglich war. Das imposante Bauwerk, das wegen der Renovierungen seit 2020 geschlossen war, öffnet nächstes Jahr dafür nun für begrenzte Zeit seine Tore für Jede/n. Die Wiedereröffnungsfeierlichkeiten sind für den 5. April 2027 geplant, im Anschluss können Besucher das Gotteshaus bis zum 1. Oktober 2027 zu besuchen.
Der eindrucksvolle Salt Lake Temple der LDS Church erstreckt sich über ein vier Hektar großes Areal. Für den Bau wurde Quarzmonozonit verwendet, ein helles Gestein, das mit dem Granit verwandt ist und aus der Region stammt. Das Temple Square-Besucherzentrum öffnet bereits am 18. Mai 2026. Tickets können ab 1. September 2026 für den Tempelbesuch reserviert werden. Die Touren durch den Salt Lake Temple sind kostenlos, müssen aber im Voraus gebucht werden.
SAN FRANCISCO: Neuer Bewohner auf Pier 39
„Chonkers“, ein mehr als 900 kg schwerer Stellerscher Seelöwe, der deutlich größer ist als ein gewöhnlicher Kalifornischer Seelöwe, heißt seit Kurzem der neueste Bewohner an Pier 39. Der Seelöwe kam vor etwa einem Monat nach San Francisco und wird vom Marine Mammal Center, einer in Kalifornien ansässigen gemeinnützigen Einrichtung für die Rettung, Rehabilitation und Erforschung von Meeressäugern, aufmerksam beobachtet.
„Chonkers“ gehört einer anderen Art an als die sonst hier grunzenden und sich räkelnden Seelöwen auf den Holzbohlen-Stegen. Stellersche Seelöwen sind größer und heller gefärbt als die in der San Francisco Bay häufiger vorkommenden Kalifornischen Seelöwen. Diese wiegen selten mehr als 380 kg und sind maximal 2,1 m lang. Männliche Stellersche Seelöwen hingegen können ein Gewicht von bis zu 1.100 kg und eine Größe von bis zu 3,35 m erreichen, bei einer Lebenserwartung von 20 bis 30 Jahren. Sie leben normalerweise in kälteren Gewässern, weiter nördlich, z.B. in Südost-Alaska, British Columbia, Washington und Oregon, doch das Fischangebot vor Ort könnte Chonkers vom Umzug überzeugt haben.
Kalifornische Seelöwen siedeln seit Oktober 1989 am Pier 39. Wegen des reichhaltigen Nahrungsangebots (Hering) aus der Bucht und einer vor Fressfeinden geschützten Umgebung erwies sich der Yachthafen als idealer Lebensraum. Seitdem prägen sie das Bild am Pier 39, wobei die Population im Laufe des Jahres schwankt: Im Frühjahr sind es mehr, im Sommer weniger, denn dann wandern sie zur Fortpflanzung südwärts. Im Frühjahr 2024 wurden am K-Dock am Pier 39 über 2.000 Seelöwen gezählt – ein neuer Rekord!
> INFO: www.sftravel.com/article/10-things-to-do-pier-39
NEW YORK CITY: Geplante Umzüge und Neueröffnungen
Umzug des Madison Square Garden? Seit April kursiert diese Meldung, die fast unglaublich klingt. Damit der Bahnhof, die alte Penn Station, renoviert und modernisiert werden kann, wurde vorgeschlagen, im Rahmen des Grand Penn Proposal die legendäre Sporthalle über die 7th Ave. auf das Grundstück des früheren Hotels Pennsylvania umzusetzen. Auf der mittlerweile eng gewordenen Penn Station – der Bahnhof wird an Werktagen von mehr als 600.000 Passagieren frequentiert – könnte dann eine neue große, moderne Bahnhofshalle entstehen. Allerdings ist der Madison Square Garden nicht irgendeine Arena, hier spielen die Knicks Basketball, die New York Rangers Eishockey und es finden zahlreiche Konzerte und andere Sportveranstaltungen statt. Die Besucher all dieser Events profitierten bisher genau von der “Koexistenz” von Bahnhof und Venue, man fällt quasi vom Nahverkehrsmittel in die Halle. Zudem sind die Betreiber des MSG bis dato noch nicht recht von den Plänen begeistert. Stay tuned – wir werden weiter berichten.
Red Hook/Brooklyn bietet jetzt schon coole Waterfront-Atmosphäre und dazu Manhattan-Skyline-Views. Seit Anfang Mai geht das noch viel besser vom Red Hook Barrel Yard, einem neuen Venue, in dem Red Hook Winery, Red Hook Cidery und (etwas später dieses Jahr) Red Hook Distillery vereint zu finden sind. Zusätzlich bietet “Lundy’s” ein passendes “Waterfront-Menü” mit Posten wie Crabcakes, Fischsuppen, Austern u.a. Seefood.
> 185 Van Dyke St., Mo.-Fr. 12-22 Uhr
Smorgasburg – jener berühmte New Yorker Gourmet-Markt expandiert: Neu zu den Standorten am World Trade Center, in Williamsburg und im Prospect Park (beide Brooklyn), wird am 14. Mai dieses Mekka für Foodies nahe dem Central Park, auf dem Columbus Circle (Zugang: W 59th St.), zu finden sein. Mehr als 25 Verkaufsstände sind geplant, ein Mix aus Newcomern, legendären Oldtimern und “”Standards”. Der Markt wird sogar drei Tage lang, von Donnerstag bis Samstag, 12-20 Uhr, zur Verfügung stehen, und das bis zum 19. Sept. 2026.
Beinahe gleichzeitig, am 9. Mai, wird ebenfalls unter Smorgasburg-Ägide ein neues Waterfront-Restaurant auf Governors Island eröffnet: Six Coasts. Dort wird Chefkoch Scotley Innis kreative panamerikanische Seafood-Küche und innovative Cocktails auf Soissons Landing servieren (Do.-So. Lunch/Dinner und Barbetrieb). Auch die Bar-Karte ist ansprechend und was könnte schöner sein als hier mit Freunden den Tag bei einem Drink zum spektakulären Ausblicken ausklingen zu lassen?
BOSTON: Bereit fürs große Fest
Boston feiert dieses Jahr als Wiege der amerikanischen Revolution das 250-jährige Bestehen der Vereinigten Staaten. Veranstaltungen rund um das Unabhängigkeitsjubiläum und thematische Trails zeigen die Vorreiterrolle Bostons auf. Den festlichen Auftakt am 2.7.2026 wird das Boston Harborfest sein. Historische Darsteller und die Crew der legendären USS Constitution versetzen Besucher zurück in die Zeit der Revolution. Die Massachusetts 215th Army Band sorgt für musikalische Unterhaltung. Im Christopher Columbus Park gibt am 2. und 3. Juli Live-Musik, dazu ein großes Feuerwerk am Donnerstag. Das große Finale fällt auf den Independence Day, den 4. Juli, mit großer Feier – inklusive Flaggenhissen, Verlesung der Unabhängigkeitserklärung am Old State House, einem Wendemanöver der USS Constitution im Hafen und einem Konzert der Boston Pops mit “Fireworks Spectacular”.
- Boston in Feierlaune: 250 Jahre USA ©Kyle Klein
- Das Boston Pops Fireworks Spectacular wird Teil der Festlichkeiten sein ©Kyle Klein
Über die Jubiläumsfeierlichkeiten hinaus, bieten mehrere thematische Trails Gelegenheit, mehr über die bewegte Geschichte der Stadt zu erfahren. Der Freedom Trail verbindet Örtlichkeiten, die mit der Geschichte der amerikanischen Revolution zu tun haben. Auf dem Innovation Trail geht es – an mehr als 20 Stationen! – um die Rolle Bostons als Geburtsstätte bahnbrechender Erfindungen wie der des Telefons, der Mikrowelle oder der modernen Chirurgie.
Mit Gleichberechtigung und LGBTQ+ befasst sich der Equality Trail. In Massachusetts war die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare bereits 2004 (als erster Staat!) ratifiziert worden. Rund 2,5 km lang geht es auf dem Black Heritage Trail zu historischen Wohnhäusern und Versammlungsorten der afroamerikanischen Community Bostons im Viertel Beacon Hill. Dabei gibt es Einblicke in ihren Kampf für Freiheit und Gleichberechtigung im 18. und 19. Jh. Der Women’s Heritage Trail erzählt hingegen von mutigen Frauen, die die amerikanische Frauenrechtsbewegung über mehrere Jahrhunderte geprägt haben, z.B. First Lady Abigail Adams.
> INFOS: www.meetboston.com, https://america250.org
CHICAGO: Neues Obama-Center und viel Musik im Sommer

Obama, hier auf einem Wandbild in Washington, DC, bekommt jetzt sein eigenes Presidential Center in Chicago
Das Obama Presidential Center wird im Juni auf Chicago’s South Side, im Jackson Park, eröffnen. Vom 18.-21.6. wird gefeiert, ab dem 19. Juni (“Juneteenth”) ist das Museum dann für Alle zugänglich. Auf dem großzügigen, begrünten Campus mit der John Lewis Plaza, dem Eleanor Roosevelt Fruit & Vegetable Garden, Playground und Great Lawn, ragt der knapp 70 m hohe Museums-Turm – das Obama Presidential Center Museum – heraus. Außerdem gibt es The Forum (als Treff und für Veranstaltungen), einen Zweig der Chicago Public Library, und den Home Court, eine Basketballhalle.
> 6001 S. Stony Island Ave., tgl. 6-21 Uhr, Bauten unterschiedl. Öffnungszeiten, s. Website
Auch das Chicago Architecture Center (CAC) feiert 60. Geburtstag. Dazu finden zahlreiche Ausstellungen und Touren statt, z.B. die Jubliäumsausstellung “Currents: 60 Years of the Chicago Architecture Center” oder neu ab 11. Juni: “Flyway City: Architecture for a Flourishing Ecosystem“ und “Chicago’s Living Habitat“. Neue Touren im Programm sind z.B. “Intro to Chicago Architecture”, ” The Legacy of Northalsted (Boystown)” oder “Historic Route 66 by Bus” (ab 20. Juli).
Etliche große Musik- u.a. Events stehen ebenfalls im Sommer bevor, beispielsweise das Chicago Blues Festival (4.-7. Juni) im Millennium Park. Dort finden zugleich regelmäßig zwischen 15.6. und 6.8. The Millennium Park Summer Music Series im Jay Pritzker Pavilion (kostenlos) statt. Taste of Chicago (8.-12.7.) ist ein “Streetfood Festival” mit Livemusik und familienfreundlichen Aktivitäten. Um Gospel geht es beim Chicago Gospel Music Festival (24.-25. Juli), während bei Lollapalooza im Grant Park (30.7.-2.8.) vier Tage lang genreübergreifende Weltmusik geboten ist. Einem Genre, das in Chicago geboren wurde, der House Music, huldigt Chicago House Music Festival & Conference (27.-30. August). Ein Klassiker findet vom 3.-6. September mit The Chicago Jazz Festival im Millenium Park statt, gefolgt von The World Music Festival Chicago (25. Sept.-4. Okt.).
- BBKing trat mehrmals auf dem Chicago Blues Festival auf
- Chicagos Club- und House-Szene sind beeindruckend
> INFO: www.choosechicago.com
LOS ANGELES: Neue Museen
Man sollte es sich schon einmal vormerken: Das Lucas Museum of Narrative Art wird am 22. September im Exposition Park, wo sich bereits BMO Stadium, Natural History Museum, California Science Center und California African American Museum befinden, neu eröffnen. Gärten, Theater, Läden und Lokale gehören zu dem von der Architektur her ungewöhnlichen Museum auf fünf Etagen. Die Ausstellungsstücke sind dabei nach Themen angeordnet. Das Paar George Lucas (“Star Wars”, “Indiana Jones”) and Mellody Hobson, die beiden Museumsgründer, haben die Arbeiten eines breiten Spektrums an Künstlern, von Jacob Lawrence und Diego Rivera bis Judith F. Baca und N. C. Wyeth zusammengetragen, mit dem Ziel, dass die Kunstwerke “Geschichten erzählen” und die Imagination der Besucher angeregt wird.
- LACMA, das größte Kunstmuseum im Westen der USA wurde noch größer
- Neuester Teil von LACMA: die Geffen Galleries ©Iwan Baan
Bereits Ende April eröffnet haben die neuen David Geffen Galleries, Teil des LACMA. Der vom Schweizer Architekten Peter Zumthor realisierte Bau gehört zum Los Angeles County Museum of Art, dem größten Kunstmuseum im Westen der USA mit einer Sammlung von über 150.000 Kunstwerken von der Antike bis zur Gegenwart. Der neue moderne Museumsflügel beinhaltet 26 Galerien auf einer Ebene, auf 10.200 qm Fläche, und steht in Beziehung zur umgebenden Landschaft: Park, Plaza und Skulpturengarten.
> INFO: www.discoverlosangeles.com

Text: ©Drs. Margit Brinke – Peter Kränzle, http://travelingtramps.blogspot.com
Fotos: ©MB sofern am Bild nicht anders angegeben.




















