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AUSTRALIEN – News & Highlights Teil 2

ULURU – IM HERZEN AUSTRALIENS

„PALYA“ hört man im Red Centre, im Zentrum Australiens um die weltberühmte Attraktion Uluru – früher “Ayers Rock” genannt –, überall. Das Wort hat nämlich viele Bedeutungen, von „Welcome“ und „Hello“ bis zu „Thank You“ oder „Okay“. Kaum dem Flugzeug auf dem überschaubar-ruhigen Ayres Rock Airport entstiegen, hört man es erstmals. Hier stehen die Busfahrer schon parat, um die gerade gelandeten Gäste zum Ayres Rock Resort zu bringen. Dieser mehrteilige Hotelkomplex ist die einzige Unterkunftsmöglichkeit im Umkreis des Uluru. Entstanden in den 1970ern liegt er auf dem Land der Anangu, wie das hier lebende Volk der Indigenous People (Aborigines) heißt.

Übernachten am Uluru


Das „Hoteldorf“, mitten im wüstenartigen Red Centre Australiens, verfügt über einen Town Square mit Infostelle, Läden und Restaurants und besteht aus Hotels verschiedener Kategorien und einem Campingplatz. Ebenfalls dazu gehört seit einigen Jahren GOCA – die Gallery of Central Australia. Dort finden neben Kunstaustellungen indigener Künstler aus dem Red Centre Kunstführungen und Vorführungen statt,  z.B. über die von den Aborigines genutzten Waffen, wozu auch Boomerangs zählen, die oft als Jagdwaffen genutzt wurden. Ebenso gibt es regelmäßig  Programme im nahen Filmsaal oder auf der Bühne am Outback-Hotel.


Bei  „Bush Food Experience“ geht es beispielsweise um Pflanzen, Kräuter, Beeren, Insekten und anderes Getier, das den Indigenous People als Nahrung diente und dient, sog. Bush Tucker. Bei dem “Didgeridoo”-Workshop geht es vor allem darum, dass ein “Didge” mehr ist als nur ein Musikinstrument . Auch botanische Touren durch die weitläufige wüstenartige Gartenanlage des Resorts stehen auf dem kostenlosen Tagesprogramm für Gäste.


Ebenfalls angeboten werden allerdings auch kostenpflichtige Dining- und “Cultural Experiences” sowie die Wintjiri Wiru-Dronen- und Lichtshow. Bei letzterer wird mit 50.000 solarbetriebenen Lichtstangen, ein Areal, das größer ist als sieben Fußballfelder, beleuchtet. Die Lichtinstallation “Field of Light” stammt von dem britischen Künstler Bruce Munro.

Die Vorführungen, Vorträge, Touren und Workshops machen nicht nur Spass, sie sind dank der indigenen Führer auch sehr informativ. Die Guides berichten nebenzu über ihr Leben sowie Mythen und Geschichten der Anangu. Diese stammen aus einer Region Australiens, die man “APY Lands” nennt, Abkürzung für Anangu Pitjantjatjara Yankunytjatjara.

Field of Lights ©MattLambley

Mehr als nur ein Berg

Blick auf den Uluru vom Ayres Rock Resort

Von einem Aussichtspunkt am Resort erhält man einen Überblick über das Gelände, besonders schön bei Sonnenuntergang und mit Rundumblick. Der Uluru-Kata Tjuta National Park besteht nämlich nicht nur dem bekannten Hügel Uluru, sondern auch aus dem vielteiligen Felsgebilde Kata Tjuta. Hat man ein Auto gemietet, ist man unabhängiger, doch die meisten Besucher wählen die Pendelbusse. Neben einem Bus, der das Resort regelmäßig abfährt, gibt es Hop-on, Hop-off-Busse zwischen Resort und Uluru bzw. Kata Tjuta. Sie drehen zwei- bis dreimal am Tag die Runde. Besonders beliebt sind die Sonnenaufgangs- und -untergangsfahrten.


Zum weltberühmten Uluru benötigt der Bus (drei Haltestellen, zwei am Berg, eine am Cultural Centre) knappe 20 Minuten. Wer gut zu Fuß ist, kann um die Basis des Berges herumwandern, vorausgesetzt, man sollte allerdings frühmorgens starten, denn gegen Mittag wird es heiß. Die gesamte Wanderung – etwa 10 km – dauert insgesamt rund vier Stunden, man kann sich aber auch Teilabschnitte vornehmen. Dank des Bewuchses mit Desert Oak (Allocasuarina decaisneana) und Mulga (Acacia aneura) – ein sehr hartes Holz, das für Werkzeuge genutzt wurde – ist sogar für etwas Schatten gesorgt.

Mythische Orte der Anangu


Orte wie das Mutitjulu Waterhole sind mythische Plätze der Anangu, sehr friedlich und idyllisch! Beeindruckend die geologischen Formationen, bestehend aus Sedimentgestein, dessen rote Farbe von dem enthaltenen Eisen stammt. Kerben und Höhlen, Hänge und Ritzen, „Gesichter“, Schluchten und Wasserlöcher bieten fantastische Fotomotive. Felsmalereien zeugen von der frühen Besiedelung und die spirituelle Bedeutung des Berges für die Anagu bis heute. Doch auch als Besucher spürt man die Magie dieses besonderen Ortes wenn man sich etwas Zeit nimmt.


Gesichter im Fels, von den Aborigines besonders verehrt

Uluru soll ungefähr 550 Mio. Jahre alt sein und Aborigines lebten schon mindestens 22.000 Jahre in seiner Umgebung. Für die Anangu ist der Uluru ein heiliger Ort, eine Schöpfung ihrer Ahnen. Einige Teile davon sind ihnen so heilig, dass nicht einmal Fotos gemacht werden dürfen. Im nahe gelegenen Cultural Centre wird Kultur und Geschichte, Kunst und Lebensweise der Indigenous People erklärt – mit Film und Ausstellungen. Im zugehörigen Laden wird Original-Kunst lokaler Künstler bzw. von Kunstkooperativen verkauft – alles andere als typische Tousristen-Souvenirs!

Besuch bei den “Olgas”

Annäherung an die Kata Tjuta

Kata Tjuta bedeutet „Many Heads“ und ist wie der Ulur, für die Anangu ein heiliger Ort. Die Formation – auch als „Olgas“ bekannt – besteht aus 36 großen, kegelförmigen Felsen, ein Konglomerat aus Sedimentgestein (Granit/Basalt/Sandstein). Der höchste davon heißt Mount Olga und ist 550 m hoch. Es gibt zwei Trails, einen längeren, genannt “Valley of the Winds Trail” und einen kürzeren namens “Walpa Gorge Trail” (2 km einfach). Bei der angebotenen schönen Sunset-Tour muss man aus Zeitgründen die kürzere Wanderung wählen, denn anschließend stoppt der Bus zum Sonnenuntergang noch an einem Aussichtspunkt.


In den 1870ern waren mit William Giles und William Gosse erstmals Europäer in die Region gekommen, um sie zu erkunden. Anfang des 20. Jahrhunderts vereinnahmte die Regierung dann das Land und 1950 entstand der “Ayers Rock National Park”. Während der CAGE-Expedition 1930 war Harold Lasseter mit seiner Truppe und Kamelen auf der Suche nach einem riesigen Goldriff (Lasseter’s Reef) ins australischen Outback gekommen. Nachfahren der damals eingeführten Kamele leben noch heute verwildert rings um den Uluru und auf einer Kamel-Farm. In den 1950ern strömten dann mehr Besucher (und Minenarbeiter) in die Gegend um die heiligen Berge. Damals lebten nur noch wenige Anangu hier. Der Tourismus begann zu florieren, anfangs vor allem weil der Westhang des Uluru bestiegen werden durfte. Mehr und mehr Tourveranstalter brachten Gästeher, es entstanden Unterkünfte und ein Laden in nächster Nähe zum Berg.


1977 wurde der Park in „Uluruo-Kata Tjuta National Park“ umbenannt. Zudem begann man damit, das touristische Zentrum und den Flughafen umzusiedeln, weiter weg (rund 20 km) von den heiligen Bergen. 1985 wurde das Land schließlich offiziell von der Regierung an die Anangu zurückgegeben. Im Gegenzug verpachteten diese ihr Land für 99 Jahre an die australische Regierung, sodass der Ort weiterhin als touristische Attraktion genutzt werden kann. Heute wird der Uluru-Kata Tjuta National Park – seit 1994 UNESCO World Heritage Site –  von den Anangu in Zusammenarbeit mit „Parks Australia“ verwaltet.

In den 1980ern und 1990ern kamen mehrere Hotels und ein Campingplatz dazu, 2021 die GOCA. Heute wird das Ayers Rock Resort von „Journey Beyond“, einer australischen Tourismusgruppe, die mehrheitlich Amerikanern gehört, verwaltet. Im Resort, v.a. in den Läden und Restaurant, läuft ein Beschäftigungs- und Ausbildungsprogramm für junge Aborigines und Torres Strait Islanders, genannt „NITA“ (National Indigenous Training Academy). Indigenous People aus allen Regionen Australiens im Alter zwischen 18 und 30 Jahren können dabei eine Karriere in der Tourismusindustrie einschlagen.


Das Tophotel der Anlage ist das Sails In The Desert, gefolgt vom Desert Gardens Hotel. Über kleine Wohnungen verfügen die Emu Walk Apartments. Das Lost Camel Hotel und das Outback Hotel bilden die Mittelklasse, während die Outback Lodge als Hostel dient. Und dann gibt es noch den Campground, in dem neben Stellplätzen auch Blockhütten zur Verfügung stehen.

Praktische Tipps:

> Infos: https://uluru.gov.au/, www.discovercentralaustralia.com, https://northernterritory.com, www.ayersrockresort.com.au/stories/first-timer-guide-to-uluru

Flüge: www.ayersrockresort.com.au/ayers-rock-airport – Virgin, Qantas oder Jetstar verbinden Uluru u.a. mit Melbourne und Sydney.

> Von Alice Springs, dem Hauptort im Red Centre, sind es rund 440 lange und einsame Kilometer (www.discovercentralaustralia.com/regions/alice-springs).

> Übernachten: www.ayersrockresort.com.au/accommodation  – Hotels verschiedener Kategorien, nicht ganz preiswert (ab 3 Nächten günstiger!).

> Restaurants: www.ayersrockresort.com.au/dine – neben einem Supermarkt gibt es zahlreiche Lokale unterschiedlicher Preiskategorien um den Town Square und in den Hotels.

> Touren und Programm: www.ayersrockresort.com.au/plan – Resort Town Square, Visitors’ Centre (auch Autoverleih und Hop-on, Hop-off Busse).

 

Text: ©Drs. Margit Brinke – Peter Kränzle, http://travelingtramps.blogspot.com
Fotos: ©MB außer “Field of Lights” ©MattLambley

 

 

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