{"id":9890,"date":"2013-02-21T10:34:41","date_gmt":"2013-02-21T08:34:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.iwanowski.de\/blog\/?p=9890"},"modified":"2019-01-23T18:35:19","modified_gmt":"2019-01-23T16:35:19","slug":"berlin-eine-andere-welt-mitten-in-der-stadt-die-prinzessinnengarten-in-berlin-kreuzberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iwanowski.de\/blog\/berlin-eine-andere-welt-mitten-in-der-stadt-die-prinzessinnengarten-in-berlin-kreuzberg\/","title":{"rendered":"Berlin: Eine andere Welt, mitten in der Stadt &#8211; Die Prinzessinneng\u00e4rten in Berlin-Kreuzberg"},"content":{"rendered":"\n<p>Am Moritzplatz, im dicht besiedelten Stadtteil Kreuzberg, gab es bis 2009 ein unbebautes 6000 qm gro\u00dfes Areal, zwischen Prinzen- und Oranienstra\u00dfe gelegen. Auf dem Grundst\u00fcck lag jede Menge M\u00fcll, ein regelrechter Schandfleck. Und das \u00fcber 60 Jahre lang! Eine Initiative verwirklichte hier die Idee, einen <strong>Garten f\u00fcr jedermann zu schaffen.<\/strong> Alle konnten mitmachen, egal, wie alt, egal, welche F\u00e4higkeiten man mitbrachte. Ziel war und ist es, in einem sozialen Miteinander \u00f6kologisch orientierte Landwirtschaft zu betreiben.<\/p>\n<h2>\u00d6kologisch orientiert und &#8220;basisdemokratisch&#8221;<\/h2>\n<p>Dieses Projekt ist wirklich so etwas wie \u201eBasisdemokratie\u201c, es erh\u00e4lt keine \u00f6ffentlichen Zusch\u00fcsse, sondern lebt vom <strong>uneigenn\u00fctzigen Engagement der Mitmachenden<\/strong>. Und so ist jetzt mitten im dicht bebauten Kreuzberg eine <strong>gr\u00fcne Idylle<\/strong> entstanden, die in den w\u00e4rmeren Jahreszeiten Menschen anzieht.<\/p>\n<h2>Die Pflanzen wachsen in B\u00e4ckerkisten, S\u00e4cken und Tetrapaks<\/h2>\n<p>Die Fl\u00e4che ist jeweils f\u00fcr ein Jahr von der Stadt gemietet, nur f\u00fcr diese Zeit ist eine Nutzung garantiert. So war von vornherein der Gedanke Grundlage, <strong>mit allem schnell umziehen zu k\u00f6nnen.<\/strong> Geb\u00e4ude gibt es nicht, daf\u00fcr Container, die man schnell woanders abstellen kann. Die Pflanzen wachsen in alten B\u00e4ckerkisten, in S\u00e4cken und Tetrapaks. Vorteil: Die <strong>\u201ePflanzfl\u00e4che\u201c als solche ist dadurch auch mobil<\/strong> und auch ein Anbau auf nicht geeignetem Untergrund ist so m\u00f6glich. Selbst auf Asphalt\u2026 Mittlerweile scheint sich im Senat der Stadt die Meinung zu verbreiten, dass die Prinzessinneng\u00e4rten eine Art Pilotfunktion wahrnehmen, nicht nur f\u00fcr Berlin, sondern weit dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<h2>Eine Idee aus\u2026Kuba!<\/h2>\n<p><em>Als ich es las, konnte ich es kaum glauben: 75 % des Gem\u00fcsebedarfs in kubanischen St\u00e4dten werden in \u201eurbanen G\u00e4rten\u201c angebaut. Im Englischen wurde der Begriff \u201eurban gardening\u201c popul\u00e4r. Als Anfang der 90ger Jahre die UdSSR zusammenbrach, wurde auch \u00d6l f\u00fcr Kuba sehr teuer. In der Landwirtschaft braucht man es direkt oder indirekt f\u00fcr Transport, Feldbestellung, D\u00fcngemittel- und Pestizid-Herstellung. Man musste also diese Kosten sparen, indem man nah am Verbraucher anbaute. Der Staat gab daf\u00fcr Bebauungsfl\u00e4chen frei: Es waren Brachen, Randgebiete von Siedlungen und St\u00e4dten. F\u00fcr viele Kubaner erschloss sich neben der Sicherstellung des Eigenbedarfs auch die M\u00f6glichkeit, im kleinen Stil die Ernte zu verkaufen.<\/em><\/p>\n<h2>Und abends gibst leckere Gem\u00fcsepizza<\/h2>\n<p>Von Beginn an konzentrierte man sich auf Bio-Anbau. Das bedeutet, es wird kein k\u00fcnstliches D\u00fcngemittel verwendet und auch kein chemischer Pflanzenschutz. Erde und Samen sind bio-zertifiziert. Wer Lust hat, kann w\u00e4hrend der Pflanzenzeit in der Gartenk\u00fcche von 12 \u2013 15 Uhr Mittag essen, abends gibt es ab 18 \u2013 21 Uhr die leckere Gartenpizza.<br \/>\nKinder und Jugendliche sind eingeladen, selbst hier anzubauen. So lernen sie, welche essbaren Pflanzen es gibt, wie man sie pflegt und wie gut sie nachher schmecken. Schulen und Kinderg\u00e4rten sowie Jugendeinrichtungen sind zum Mitmachen aufgefordert. Sch\u00f6n, dass eine solch gr\u00fcne \u201eNutz\u201c-Oase mit Flair, Improvisation und Kommunikation entstehen konnte. Und die Produkte k\u00f6nnen sich \u201eschmecken lassen\u201c!<\/p>\n<p><em><strong>Adresse: Prinzenstra\u00dfe 35 \u2013 38 \/ Prinzessinnenstra\u00dfe 15, U-Bahn Moritzplatz, <a href=\"http:\/\/www.prinzessinnengarten.net\/\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\" class=\"ext-link\">www.prinzessinnengarten.net<\/a><br \/>\n<\/strong><\/em><br \/>\n<span style=\"color: #003300;\"><strong>Buchtipp:<\/strong> <span style=\"color: #003300;\">Prinzessinneng\u00e4rten. Anders g\u00e4rtnern in der Stadt,<\/span> Herausgeber: Nomadisch Gr\u00fcn, DuMont Buchverlag, 220 Seiten, ca. 160 farbige Abbildungen und Illustration, Preis 29.95 \u20ac.<\/span><\/p>\n<p>\u00a9 Michael Iwanowski, Verleger und Autor im <a href=\"http:\/\/www.iwanowski.de\/index.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow noreferrer\" data-wpel-link=\"external\" class=\"ext-link\">Iwanowski\u2019s Reisebuchverlag<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Moritzplatz, im dicht besiedelten Stadtteil Kreuzberg, gab es bis 2009 ein unbebautes 6000 qm gro\u00dfes Areal, zwischen Prinzen- und Oranienstra\u00dfe gelegen. Auf dem Grundst\u00fcck lag jede Menge M\u00fcll, ein regelrechter Schandfleck. Und das \u00fcber 60 Jahre lang! 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