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Tal der Loire: Sagenhafte Höhlenwelt im Anjou

Das Anjou, eine historische Provinz im unteren Teil der Loire mit der Hauptstadt Angers, lockt mit prächtigen Bauten, einem milden Klima, einem fruchtbaren Schwemmland mit einer üppigen Vegetation und unberührten Flusslandschaften, in denen die Loire natürlich die Hauptrolle spielt. Auch Weinliebhaber kommen auf ihre Kosten, immerhin gedeihen im Anjou auf über 20.000 Hektar vielversprechende Reben. Nicht weniger als 30 AOC-Herkunftsbezeichnungen an Weiß-, Rot- und Rosé-Weinen lagern in den Kellern. Und wenn anderswo die Reichtümer vorwiegend über der Erde anzutreffen sind, so muss man im Anjou auch unterirdisch forschen, denn zwischen Saumur und Doué-la-Fontaine liegt das weitläufigste Höhlenareal Europas.

Wenn anderswo die Sehenswürdigkeiten über der Erde anzutreffen sind, so muss man im Anjou in die Tiefen steigen, um die merkwürdige Welt der so genannten „Troglodytes“ zu entdecken: an die 2000 Kilometer Stollen zwischen Saumur und Doué-la-Fontaine, in denen Wein lagert, Champignons gezüchtet werden und Menschen wohnen. Interessant sind dabei besonders die Höhlenwohnungen in der Ebene rund um Doué-la-Fontaine, die unter Wiesen und Feldern angelegt wurden und über der Erde nur an ihren Luftschächten auszumachen sind. Diese Art der Troglodytes ist in Europa einmalig, denn anderswo sind die Höhlen vorwiegend in steile Flussufer gebaut.

Vor 90 Millionen Jahren kam es auf Grund von Meeresüberflutungen und -rückzügen zur Ablagerung von Muschelerde, aus der allmählich Falun-Kalksteinfelsen und Tuffstein entstanden ist. Schon in frühesten Zeiten haben die Bewohner die Felsen genutzt, um Schutzhöhlen und Grabstätten anzulegen und ab dem Mittelalter wurde der leicht zu bearbeitende Stein dann zum Bau von Kirchen  und Schlössern verwandt. Die Bauern arbeiteten winters oft in den Steinbrüchen und wenn der Stein abtransportiert war, wurde der Stollen zur Höhlenwohnung umfunktioniert. Sie hatte den Vorteil, nichts zu kosten und gut isoliert zu sein, zudem konnte sie bei Bedarf beliebig erweitert werden.

Ende des 18. Jahrhunderts soll die Hälfte der Bewohner südlich von Saumur unter der Erde gelebt haben. Heute wird das Gros der Höhlen zum Anbau von Champignons genutzt und zur Lagerung von Wein. Seit rund zwanzig Jahren ist auch das Höhlen-Wohnen wieder in und Touristen können in Turquant sogar in einem troglodytischen Hotelzimmer übernachten oder rund um Doué-la-Fontaine unterirdische Privatzimmer mieten; selbstverständlich gibt es auch troglodytische Restaurants, wo die heimischen Spezialitäten Fouaces (Fladen) und Galipettes (gefüllte Pilze) serviert werden. Sehenswert sind u.a. der über mehrere Stockwerke im Felsen angelegte Bioparc (Zoo) von Doué-la-Fontaine, die mit Figuren reich verzierte Skulpturen-Höhle von Dénezé-sous-Doué, der troglodytische Bauernhof in Rochemenier (www.troglodyte.info) und zahlreiche Höhlen-Ateliers, und zwar Village métiers d’art en troglo in Turquant, die Handwerker und Künstler unter die Erde gelegt haben.
Eine Auswahl guter Adressen (weitere gerne auf Anfrage):

„Höhlen-Unterkünfte“:
• Hotel „Demeure de la Vignole“ in Turquant : www.demeure-vignole.com
• Gästezimmer „Ami Chenin“ in Saumur: www.amichenin.com
• Ferienhaus „La Roche d’Etiau“ in Coutures (2 Zimmer): larochedetiau@hotmail.com
• Ferienhaus „La Troglo“ in Doué-la-Fontaine (2 Zimmer): latroglo@orange.fr

Höhlenrestaurants :
• „Les Caves de la Genevraie“ in Rochemenier: www.genevraie.troglodyte.info
• Restaurant „L’Hélianthe“ in Turquant: www.restaurant-helianthe.fr
• Originelles Bistro „Bistroglo“ in Turquant : Rue Chateau-Gaillard, 49730 Turquant, bistroglo@gmail.com
Pressekontakt Anjou:
Hélène Ramsamy
Tel : +33 (0) 2 41 23 51 51
helene-ramsamy@anjou-tourisme.com
www.anjou-tourisme.com

Quelle: Atout France

 

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