USA-Ostküste: Unbekanntes Juwel am Atlantik – Rhode Islands South County

Jun 26, 2017 0 Kommentare von

Ein Reisetipp von den Autoren des Bandes „USA-Nordosten“ und „USA-Ostküste“, Margit Brinke – Peter Kränzle, Juni 2017

„South County Rhode Island“ ist keine Top-Tourismusdestination, sondern eher ein Geheimtipp. Dabei liegt die Region kaum 130 km südlich von Boston und nur etwa 260 km nordöstlich von New York City. Der Küstenabschnitt im Süden des Bundesstaats Rhode Island ist nicht nur ideal für einen Strandurlaub am Atlantik, die Region ist auch bei Vogel- und Tierfreunden beliebt und die Gewässer vor der Küste sind ideal zur Walbeobachtung. Insgesamt verfügt das Gebiet über 20 geschützte Strände und fast 30 geschützte Wälder und Wildschutzgebiete. So treffen sich beispielsweise tagsüber Ornithologen im Ninigret National Wildlife Refuge (www.fws.gov/refuge/ninigret), während sich nachts der Sternenhimmel im Frosty Drew Observatory & Sky Theatre (https://frostydrew.org/observatory/) besonders eindrucksvoll präsentiert.

Übernachten im Admiral Dewey Inn am Matunuck Beach

Auf der Porch des Admiral Dewey Inn kann man das Meer riechen, liegt es nur einen Katzensprung vom Strand, Matunuck Beach, entfernt. Matunuck war schon immer ein beliebter Naherholungsort, einst bekannt als „simple seaside destination, not a fashionable resort like Narragansett Pier or Newport“ – und daran hat sich bis heute nichts geändert.
Etwas zurückversetzt von der Straße steht das Haus, das George I. und Etta Champlin 1898 als „The Dewey Cottage“ mit 15 Zimmern als Pension erbauen ließen und nach Admiral George Dewey (1837-1917) – einem hoch dekorierten US Navy-Admiral – benannten. Ab den 1970ern stand das Haus dann leer, 1988 erwarb Joan LeBel das renovierungsbedürftige Haus und ließ es in neuem Glanz als Bed & Breakfast wiederauferstehen.
Im Sommer 2012 übernahm Levon Kasparian das Gebäude von der älteren Dame und renovierte, modernisierte und verschönerte es erneut. So kann man jetzt auf der Porch mit ihren Schaukelstühlen gemütlich den Tag beginnen, es gibt geschmackvoll mit Antiquitäten und antiken Möbeln ausgestattete Gemeinschaftsräume wie das Esszimmer oder den Parlor und dort steht ganztags Tee oder Kaffee, Saft oder Wasser zur Verfügung. Gratis-WiFi und Leihfahrräder (mit denen man zum Surfen und Fischen zum Strand radeln kann) sowie ein erweitertes Frühstück mit lokalen Produkten, Obst und Backwerk – vom Gastgeber zubereitet – gehören zum Paket.

Wohlfühlatmosphäre mit Meerblick

Die zehn Gästezimmer auf drei Etagen, „guest chambers“ genannt, sind alle unterschiedlich (antikisierend), jedoch ohne den üblichen Zierrat, möbliert, großteils mit eigenem Bad, viele mit Meerblick. Das eigentlich Besondere ist aber die ungezwungene Atmosphäre und der Gastgeber selbst. Levon, vormals in führenden Positionen in der Chemieindustrie tätig, tut sein Bestes, dass sich alle Gäste wohl fühlen, lässt in Ruhe oder unterhält, bringt Gäste in Kontakt, kümmert sich oder hält sich zurück.
Alles ist hier sehr zwanglos, es gibt z. B. kein steif-formales mehrgängiges Frühstück am gedeckten Tisch. Man fühlt sich hier sofort wohl und möchte zurückkommen, was auch jetzt schon viele Gäste tun. Das Erbe des alten Boarding Houses wird hier zu angenehmen Preisen fortgeführt – und nach Newport ist es beispielsweise nur gut eine gute halbe Stunde mit dem Auto.

Delikatessen im Red Stripe Restaurant

„Comfort Food“ mit französischem Einschlag – so könnte man die Küche im Red Stripe Restaurant im nahen East Greenwich – mit hübscher historischer Innenstadt (Foto) – bezeichnen. Die Atmosphäre in dem Lokal an der Hauptstraße von East Greenwich gleicht tatsächlich der in einem französischen Bistro: ungezwungen, laut und gemütlich. Auch die Speisekarte hat französische Züge, wie z. B. die zahlreichen Muschelvariationen zeigen.
Seit diesem Frühjahr ist Rachel Klein als Küchenchefin für dieses und sein Partnerlokal in Providence tätig und Klein ist kein unbeschriebenes Blatt: Sie gilt vielmehr als „Rising Star“ im amerikanischen Restaurantgeschäft. Sie stammt aus Brooklyn, studierte am Art Institute of New York City und dann in der New York Restaurant School, ehe sie in New Yorker Restaurants hinter dem Herd stand. Mit einer Verpflichtung im X.O. Cafe in Providence kam sie nach New England, war in angesehenen Restaurants im Großraum Boston tätig und gründete schließlich 2016 ihr eigenes: RFK Kitchen in Needham, im Westen von Boston. Rachels Ziel ist es moderne, kreative amerikanische Küche mit globalen Einflüssen, v. a. auch ihren osteuropäischen Familienwurzeln, und New-England-Zutaten zu kombinieren. Das gelingt ihr bei Gerichten wie „Crispy Artichokes“ mit Parmesanhobeln und Knoblauch-Aioli, aber auch bei den „Deviled Eggs“ (hart gekochte, gefüllte Eier) perfekt. Der „Spring Bean Salad“ wird bereichert um rote Quinoia, getrocknete Kirschen, Gorgonzola und Oliven und eines der Hauptgerichte, den Roasted Salmon (Foto), ergänzt sie perfekt mit Rote-Beete-Couscous, Pilze und Zitronenbutter. Unvergleichlich ist die Bouillabaisse (Foto) mit Curry, Muscheln, Jakobsmuscheln, Shrimp, Kartöffelchen, Tomaten und Böhnchen und einer Vielzahl an Kräutern. An Nachtischen lohnt beispielsweise Chocolate & Cheese Cake (Foto) und die Cocktail- wie auch die Weinauswahl sind grandios.

INFOS:
• Zur Region: www.southcountyri.com
Admiral Dewey Inn, 668 Matunuck Beach Rd., Wakefield (Matunuck)/RI, www.admiraldeweyinn.com, Tel. (401) 783-2090; günstiger Ausgangspunkt für Besuche im teuren Newport, außerdem gemütliche Strandkommune, ab $ 130/DZ.
Red Stripe, 455 Main St., East Greenwich, Tel. (401) 398-2900, tgl. ab 16 Uhr, Sa./So. auch Brunch; Filiale in Providence/RI. Eigenes Kindermenü und Specials sowie gut sortierte Bar, Infos: http://redstriperestaurants.com.

©Text & Fotos: Dr. Margit Brinke – Dr. Peter Kränzle mit Ausnahme folgender Fotos: Beach (Historische Postkarte), Porträt R. Klein (R. Klein), Admiral Dewey Inn (L. Kasparian)

usa_ostkueste_2017_low_rgb_72dpiAusführliche Infos zu den geschichtsträchtigen Staaten an der amerikanischen Ostküste bietet der Reiseführer USA-Ostküste (auch als ebook) von Margit Brinke und Peter Kränzle.

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